Gedichte:

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Leer

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Leer bin ich

ausgelaugt und ausgesaugt

von all meinen Bemühungen doch noch irgend etwas zu leisten

leer, leer

komplett leer

am Grunde meiner Seele angelangt

kaum fähig zu sprechen

den Bauch voll unverdauten Vorstellungen,

die alle nicht real sind,

sondern aus der Angst vor der Realität entstanden sind.

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Wirr reihen sich in Gedanken die Probleme aneinander

und häufen sich, denn gehört werden sie doch nicht.

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Müde des Lebens und jeglicher Aktivität

am liebsten würde ich mich verkriechen in einem dunklen Eck,

da ich keinen Ausweg weiß heraus aus der Misere.

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Freude ist nur noch ein Wort,

von dem die Bedeutung ich schon lange nicht mehr kenne.

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Selbstzweifel und der sonst so aktive Verstand erlahmen nun

und siechen vor sich hin.

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Nichts geht mehr,

Nichts.

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Was mich am gehen erhält, ist nur ein Glaube und ein Urvertrauen an einen guten Gott und einen Sinn, der da hinter all dem ist.

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Nur ein Wunder kann mich aus dieser Lage noch erretten

und für dieses Wunder braucht es einen Gott, einen gütigen Gott;

denn wer zieht uns sonst aus diesem Dreck,

in den wir uns doch selbst hineinbefördert haben.

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Raimund


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