Gedichte:


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Wann ist es Liebe?

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Ist es Liebe, wenn du tust was ich will?

Wenn du so bist, wie ich dich haben will?

Will ich bekommen, haben, besitzen, benutzen was ich liebe?

Ist es dann nicht einfach nur Besitz oder sogar nur Gier?

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Lässt Liebe nicht frei?

Ist Freiheit nicht der Atem der Liebe?

Und wenn ich freilasse, fühle ich dann immer noch liebe?

Wenn nicht, dient mir der andere dann nicht einfach nur zum Überdecken

meiner eigenen Wunden,

welche ich nicht annehmen und nicht heilen will?

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Kann ich überhaupt geben, was ich nicht habe?

Kann ich jemanden lieben, obwohl ich mich selbst nicht liebe?

Ist es dann nicht Aufopferung?

Und bin ich dann nicht einfach nur ein guter Schauspieler oder eine gute Schauspielerin,

die sich hinter perfekt gespielten Rollen nur verstecken?

Doch wozu verstecken? Warum verbergen wir unser wahres Wesen?

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Sind Regeln, Verpflichtungen und Erwartungen nicht ein ständiges Ausweichen vor meinen eigenen Tabus und Ängsten?

Ist unser Leben dann nicht nur ein ständiger Kampf, all den Ängsten immer auszuweichen?

Und wenn wir alle Gottes Kinder sind, warum haben wir dann so sehr Angst?

Warum fürchten wir uns so sehr,

UNS SELBST zu lieben?

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Und warum lieben wir nicht Gott zuallererst?

Können wir überhaupt lieben, wenn wir Gott nicht lieben?

Können wir lieben, wenn SEINE Liebe nicht dabei ist?

Ist es dann nicht einfach nur ein Spiel,

bei dem es nur um Geben oder Nehmen geht -

niemals aber ums Verschenken,

niemals um das Einlassen mit dem Herzen,

niemals ums Vertrauen und niemals vertrauen wir in Gott?

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Und ist Liebe nicht auch Wahrheit?

Ist im Feuer des Herzens nicht auch Licht?

Bedeutet es denn nicht zu lieben,

wenn ich die Wahrheit mit dem Herzen suche

und forsche, warum frage, begreife, offenbare, was immer auch verborgen ist?

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Ist Liebe nicht bedingungslos - also auch kompromisslos, wenn es um die Wahrheit geht?

Ist nicht Ehrlichkeit, das größte Zeichen meiner Liebe?

Zeigen nicht meine inneren Kompromisse,

dass ich eigentlich Angst habe,

Angst, meine wahre Liebe zu zeigen

Angst, meiner Liebe und meinem Herzen zu folgen?

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Wahrheit ohne Liebe ist oft grausam,

doch ist Liebe ohne Wahrheit nicht genauso grausam?

Ist Licht denn wirklich göttliches Licht, wenn es nicht wärmt?

Ist Luzifer nicht der, der so schön leuchtet, aber nicht wärmen kann?

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Und ist nicht Wärme ohne Licht nur Oberflächlichkeit oder Genügsamkeit?

Ist Wärme nicht einfach nur Konsum, solange sie mein Innerstes nicht erhellt?

Ist Liebe ohne Ehrlichkeit wirklich noch Liebe?

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Warum scheuen wir die Wahrheit nur so sehr?

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Was könnte sich denn letztlich in uns offenbaren?

Angst, Minderwertigkeit und Schmerz? - Vielleicht.

Vielleicht aber auch,

dass wir Kinder Gottes sind

und Liebe in uns tragen,

Liebe,

die nicht von Außen kommt,

sondern von Innen heraus will

weil sie einem göttlichen Quell entspringt...

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Und was könnte sich in meinem Leben noch offenbaren?

Was könnte passieren,

wenn ich den Dingen auf den Grund gehe,

nicht mehr aufhöre, von ganzem Herzen zu fragen,

nach dem WARUM?

Mag sein,

dass Schlimmes ich begreifen werde,

dass vielmehr an Dunklem ich noch offenbaren werde,

als ich zu finden ahnte.

Aber vielleicht passiert es auch,

dass ich den Sinn des Lebens finde,

dass den Sinn meines eigenen Lebens ich erkenne?

Dass ich mein Leben mit dem Auge Gottes sehen lerne

oder gar ihm selbst begegne?

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Wer hat den Mut es herauszufinden?

Wer hat den Mut ein unbequemes Leben ab sofort in Kauf zu nehmen

und sein Gegenüber mit Körper, Seele und mit seinem Geist herauszufordern,

DAS LEBEN selbst zu offenbaren?

Es zu suchen, es zu finden, es nicht mehr aufzuhören ständig neu zu gebären

und genauso sehr auch wieder loszulassen?

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Wer hat den Mut sich auf ein Gegenüber einzulassen

ihm täglich neu zu begegnen,

täglich viele neue Warums zu fragen,

neue alte Tabus zu durchbrechen

um der Liebe ständig neuen Raum zu geben

und danach genauso sehr auch wieder still zu werden

im großen See des Loslassens?

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Gedanken, Gefühle und Erfahrungen zu teilen,

sich gegenseitig anzuspornen,

die Freiheit zu erobern

und die Liebe dem Gefängnis der Abhängigkeit zu entreißen?

Bin ich in der Abhängigkeit nicht einfach nur ein verletztes Kind,

das im Gegenüber endlich den richtigen Papa und die richtige Mama haben will,

statt in der Liebe Gottes selbst zu heilen?

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Ist Liebe nicht vielmehr teilen als zu brauchen,

vielmehr Freiheit als nur Abhängigkeit,

vielmehr Wachstum und Erneuerung, als Stillstand und Gewohnheit?

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NEU - so spricht der Lauf der Zeit - NEU soll wirklich Alles werden:

Der Umgang mit mir selbst,

meine persönliche Beziehung zu Gott

und auch die Begegnungen mit meinem Partner,

eigentlich der Umgang mit all den Menschen meines Lebens...

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Doch vor der Erneuerung, vor der Wiedergeburt

steht immer auch der Tod,

denn der Tod ist das Leben das nur darauf wartet,

dass ich loslasse,

ausatme,

vertraue

und mein Leben mitsamt mir Selbst

ganz und gar in Gottes Hände lege...

dann, ja

DANN ist es Liebe!

...denn letztlich war und ist es immer SEIN Leben

- Meines und auch das meiner Lieben!

Heliamus im Juli 2010


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