Die Dreieinige Kraft des Christus Band I:

"Mut zur Wahrheit"


Kapitel 1

Der Beginn meines spirituellen Weges:

Die Wiedergeburt meiner Seele


Mein spiritueller Weg begann Anfang 1992. Ich war 24 Jahre alt und hatte mich gerade getrennt von meiner damaligen Freundin, mit der ich 7 Jahre zusammen war, hatte mir ohne Geld eine eigene Wohnung gekauft, die ich mir eigentlich gar nicht hätte leisten können, in der ich mich dann aber als Stuckdesigner verwirklicht habe: Aus einer 40 qm großen Mansardenwohnung habe ich ein kleines buntes Stuckschloss gemacht, selbst kreiert und selbstgebaut. Es war zwar nur für ein paar Monate, aber es war mein eigenes Reich, in dem ich mich selbst verwirklicht hatte.

Um mich auch innerlich von allem Alten zu lösen, nahm ich damals auch die Möglichkeit wahr, einen Tag an einem Selbsterfahrungsseminar mitzumachen, was für mich eine zwar neue, aber wunderbare Erfahrung war. Was auch immer wir gemacht haben, für mich war es wie selbstverständlich, dass wir das taten: Tanzen, schreien, lachen, weinen, erzählen, meditieren...

Keine Frage, ich habe mich damals wie zu Hause gefühlt.

Die Beziehung mit meiner damals zukünftigen und jetzigen Ex-Ehefrau hatte sich schon angebahnt, allerdings hatte ich den ersten Annäherungsversuchen damals noch Einhalt geboten, mit den Worten: "Du musst zuerst einmal lernen, dich selbst zu lieben, sonst erdrückst du mich mit deiner Liebe."

Nun, somit habe ich mich selbstbestimmt und wirklich frei und leicht gefühlt, und eines Abends im März kramte ich in ein paar alten Kassetten aus meiner Jugendzeit, legte eine davon ein und hörte das Lied: "A Horse with no Name" von der Gruppe America. Ein alter Song, der mich mit einem Mal in meine Vergangenheit zurückzog, und dies mit einer so starken Intensität und Sehnsucht, dass ich mich in einem Zustand wieder fand, in dem ich mir selbst gegenüberstand und erkannte, dass das, was ich sah, nicht ich war, sondern nur das Ergebnis der Prägung durch meine Erziehung und durch meine Umwelt. Ich umarmte mein altes Ich und hatte Tränen in den Augen, da ich wusste, es ist ein Abschied, ein Lebwohl. Dann drehte ich mich um und sah eine goldene Treppe, die nach unten führte. Als ich begann, diese Stufen hinunter zu steigen, sah ich, wie es immer heller und das Licht immer gleißender wurde, und ich fühlte, dass ich nun zu meinem wahren Wesen hinabsteige. Auf der untersten Stufe angekommen war alles nur noch gleißend helles Licht, in dessen Mitte eine überdimensional große goldene Krone schwebte. Ich spürte, in der Mitte dieser Krone ist mein Platz, und als ich hineinging, verwandelte sich alles in Licht, ja ich löste mich auf in Licht.

In diesem "lichtvollen" Zustand stand ich auf, ging auf den Balkon hinaus, von dem aus man über die ganze Gegend sehen konnte und verströmte das Licht über die ganze Erde. Es war ein wunderbares Gefühl, und es war der Beginn meiner spirituellen Reise.

Dieses Erlebnis habe ich danach in einem Gedicht festgehalten:

Erneuerung oder "Lebwohl ICH"

Ich hab Abschied genommen,

von mir

wie ich nicht war.

Tränen in den Augen

und ein Lächeln auf meinem Mund,

sprechen 1000 Worte über die Zeit,

die ich mit meinem ICH

gelebt habe.

Ich umarme mich ein letztes Mal,

sag´ Lebwohl,

und steig hinab zu meiner Seele.

Jetzt ist es soweit,

das neue alte Leben ist da.

Die Zukunft ist offen und weit.

Die Luft, die ich atme, ist rein und klar.

Einen Augenblick verweile ich,

wiedergeboren

in meiner eigenen Seele,

und nehme

die Unendlichkeit des Seins

in mir wahr.

Heliamus (Raimund) im März 1992

Nach diesem Erlebnis begann ich, mich auf die Suche zu machen, auf die bewusste Suche nach Gott, nach dem Sinn meines Lebens und nach meiner Berufung.