Die Dreieinige Kraft des Christus Band I:

"Mut zur Wahrheit"


Kapitel 18.1

Wer ist nun wirklich Gott?


In dem Kapitel 03: Wer ist Gott? Habe ich versucht, dass alle Theorien und Darstellungen müßig sind, da mein beschränktes Bewusstsein maximal eine Ahnung von Gott haben kann. Dennoch gibt es derzeit so viele Irrwege, dass ich darüber noch ausführlicher schreiben möchte, weil ich diese Erkenntnisse brauche, wenn ich die Bedeutung von Christus erahnen möchte.

Die festgelegten Definitionen, mit denen ich sehr oft konfrontiert wurde, waren vor allem die, dass Gott (nur) Licht ist, nur Geist ist, nur Bewusstsein, bzw. schon auch Liebe oder Macht, meist definiert als Energie, jedoch wird immer betont, dass das Bewusstsein bzw. das Licht der höchste Zustand ist.

Nun ich hoffe ich kann die Unterschiede dieser verschiedenen Theorien so einfach und klar wie möglich darstellen.

Wenn Gott nur Licht ist, dann gibt es letztlich keine Liebe mehr. Die Konsequenz ist, dass der Geist überbetont wird, indem Theorien verfolgt oder praktiziert werden, möglichst alle Gefühle aufzulösen, um möglichst schnell in die höheren Dimensionen des Lichts aufsteigen zu können, also um möglichst schnell lichtvoll zu werden und um möglichst schnell alles unangenehme und individuelle aufzulösen. Obwohl Licht ja Bewusstsein ist, liegt in dem Streben nach Licht und nach Auflösung doch soviel Unbewusstheit, da ich, sobald ich eine lichtvollere oder auch bessere Eigenschaft anstrebe, nie mehr erfahren werde, warum ich denn eigentlich dunkel war und ohne diese Erkenntnis doch niemals erfahren werde wer ich wirklich bin bzw. was der wahre Sinn meines Leben ist.

Mein Streben nach Licht geschieht also aus Angst vor der Dunkelheit und somit bin ich eigentlich auf der Flucht. Sobald ich also versuche besser zu werden, flüchte ich vor meiner Angst, schlecht oder falsch zu sein bzw. auch vor der Angst, meiner Vergangenheit zu begegnen. Es ist darin eine gewisse Ironie, dass ich genau in dieser Angst vor meinem Falsch sein eigentlich auch vor meinem wahren Sein davon laufe, weil hinter der Angst vor meinem Falsch sein, also hinter meinem Schuldgefühl, erst mein wahres Wesen liegt. Und hinter der Angst, meiner Vergangenheit zu begegnen liegt letztlich die Angst vor der Individualität meiner Eltern bzw. die Angst, dass Gott genau so ist, wie meine Eltern, weil sie mich ja erschaffen und bestraft haben, und mich somit Gott bestraft hat. Um diesem strafenden Gott nicht zu begegnen, löse ich ihn auf und erkläre, dass er gar keine Individualität hat, keinen Eigenwillen... usw.

Licht sein, Auflösung, Nirwana, unpersönlicher göttlicher Geist, das Universum, allumfassender neutraler Geist, sind also alles Theorien über Gott, die aus Angst erschaffen wurden. Es ist die Angst, der eigenen Individualität und der eigenen Vergangenheit zu begegnen, weil das bedeuten würde, dass ich mich mit vielen unangenehmen Gefühlen konfrontieren müsste, die ich in meiner Kindheit und auch später gut verdrängt habe. Dann in meiner spirituellen Entwicklung wurden diese Gefühle, soweit noch vorhanden, aufgelöst, um endlich „ohne“ unangenehme Nebenwirkungen lichtvoll sein zu können und das bedeutet letztlich, auf gar keinen Fall so, wie ich als Kind war.

Spirituell wurde also ein Gott erschaffen, der zwar liebevoll und auch kraftvoll in seinen niederen Schwingungen erscheint, aber letztlich neutrales nicht wertendes, lichtvolles Bewusstsein ist. Je mehr ich zu ihm will, umso mehr muss ich mich auflösen.

Ich nenne diesen Gott Luzifer, weil er so perfekt konstruiert ist, dass er nicht nur strahlend und lichtvoll erscheint, sondern auch alles verherrlicht, was gut, richtig und schön ist. Was nicht gut, richtig und schön ist, muss sich eben noch entwickeln, muss noch aufgelöst werden.

...und natürlich ist in dieser Verherrlichung des lichtvollen auch Christus eingeschlossen, denn er wird ja auch als wunderbar erleuchteter Heiler anerkannt.

Es ist fast unglaublich, wie perfekt diese Show funktioniert, dass ich wirklich dankbar bin, über dies alles schreiben zu dürfen.

Luzifer wirkt natürlich überall, sogar in mir. Es ist die Versuchung, alles Unangenehme durch Angenehmes auszutauschen und anschließend das Unangenehme einfach aufzulösen. Der verführerische Sinn, der dahinter liegt ist der, dass Luzifer will, dass ich die individuelle und mit einem persönlichen Willen ausgestattete Eigenart Gottes und somit auch von mir selbst aufgebe und auflöse, weil ich damit perfekt manipulierbar werde. Die perfekte "Lichtmaschine", weil sich mein Eigenwille und meine Andersartigkeit und somit scheinbar auch mein „Widerstand“ gegen das Licht aufgelöst haben.

Gott ist Schöpferkraft, versucht uns Luzifer einzureden, doch woher kommt sie. Wenn es natürlich keinen individuellen und persönlichen Gott gibt und er nur das "alles in allem" ist, dann kommt sie eigentlich nirgends woher.

Wenn es aber einen individuellen und persönlichen Gott gibt, dann kommt die Schöpferkraft aus dem Willen, aus seiner Willenskraft, also aus seiner ganz persönlichen und individuellen Entscheidung heraus. Somit ist Gott keine unpersönliche Kraft oder unpersönliches Bewusstsein, sondern individuell und persönlich und auch nur so erfahrbar!!!

Diese Tatsache ist für mich eine simple Konsequenz aus der einfachen Erkenntnis, dass Gott so sein muss wie ich! Jeder kann vielleicht nachvollziehen, dass ich nur Dinge erschaffen kann, wenn ich diesen eigenen individuellen und persönlichen Willen habe. Meine Kraft alleine zählt gar nichts, da ich durch sie nichts erschaffe, wenn ich nichts erschaffen will.

Ebenso einfach ist die Erkenntnis der Natur, in der es keine zwei gleichen Dinge gibt, weil alles individuell, eigen und besonders ist. Wie sollte ein allumfassender neutraler Logos all dies Erschaffen? Wie kann es sein, dass reines Bewusstsein ohne Individualität und ohne Persönlichkeit so persönliche Dinge erschafft? Selbst die Theorie, dass Gott die Summe aller Individualitäten ist, widerlegt sich von selbst, weil es bedeuten würde, ich halte Gott für unfähig, neue Dinge zu erschaffen, Dinge die er noch nicht kennt.

Die spirituellen Theorien beruhten bisher immer darauf, dass aus Bewusstsein und Schöpferkraft, Individualität und Eigenwille entsteht. Was, wenn das gar nicht stimmt, sondern Bewusstsein und Schöpferkraft durch meine Individualität und durch meinen Eigenwillen erst erschaffen wird? Was ist, wenn nicht die Liebe das höchst gut ist, sondern die Barmherzigkeit, also wenn die Barmherzigkeit die Liebe erschafft?

Dann wäre Gott also ein dreieiniges und ganz persönliches Wesen

individuell, eigenwillig und barmherzig,

das Bewusstsein, Liebe und Macht erzeugen kann.

Und es ist dadurch vielleicht auch zu verstehen, dass viele Theorien über Gott und über Bewusstseinszustände in einem beschränkten Maße funktionieren, weil ja jeder in das Bewusstsein hineingehen kann, dass er sich selbst erschafft. Es ist wie ein Pferd, das ein Leben lang mit Scheuklappen herumläuft und glaubt, dass es eben nicht möglich ist, mehr zu sehen, als "gerade aus" und einfach nie erkennen konnte, dass ihm die Scheuklappen, die es schon so lange trägt, einfach von irgendjemand anderem aufgesetzt wurden.

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Folgende Fragen kann jeder für sich selbst beantworten:

Entsteht Individualität durch lichtvolles Sein(erscheine)

oder entsteht Licht, also mein Strahlen, wenn ich individuell, also ich selbst bin?

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Entsteht Barmherzigkeit wenn ich liebevoll bin(erscheine)

oder entsteht Liebe, wenn ich barmherzig bin?

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Entsteht eigener Wille, wenn ich (scheinbar) etwas erschaffe

oder entsteht Schöpferkraft durch meinen eigenen Willen,

also wenn ich etwas erschaffen will?

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