Die Dreieinige Kraft des Christus Band I:

"Mut zur Wahrheit"


Kapitel 18.6

Mein geliebter Freund


Für mich ist Christus ein Freund, mehr noch, er ist wie mein innigster Verwandter, mein Bruder und bester Kumpel. Er ist meine große Liebe, da ich von ihm glaube, dass er mich sieht wie ich wirklich bin. Ja er kennt mein Wesen besser als alle anderen Menschen. Was gibt es wohl schöneres, als einen Menschen zu kennen, der mich ganz genau kennt und „trotzdem“ oder gerade deshalb liebt? Der keine Angst vor meiner Individualität, vor meiner Sensibilität, aber auch vor meiner Kraft hat? Wie auch mein Schutzengel, erkennt auch Christus die Schönheit und wahre Größe meiner eigenen Seele! Aber gerade auch in meiner Unsicherheit, in meinem Selbsthass und in meinen Selbstzweifeln, mit denen ich immer und immer wieder kämpfe, oder auch in meiner Angst, in meinem Schmerz und in meiner Wut, fühle ich mich von ihm angenommen und bekomme immer wieder auch die Kraft, mein Herz zu öffnen! Genau gesehen ist er ein Teil von mir, den ich mehr und mehr wieder entdecke, je mehr ich mich auf ihn einlasse, also ihn in mich hereinlasse.

Natürlich „weis“ ich, dass jeder, auch ich, die gleiche Kraft hat wie er! Doch diese Kraft wieder zu finden, sie zu fühlen und zu leben bedeutet, mich auf alle Schwierigkeiten in meinem Leben immer wieder ganz und gar einzulassen. Mein Ego zu überwinden und mich mit meinem Herzen auf das Leben ganz und gar einzulassen bedeutet für mich, immer wieder ja zu sagen, wo ich vielleicht schon ein Leben lang gelernt habe, nein zu sagen, oder auch umgekehrt. All dies kann ich plötzlich, weil ich über Christus in mir die Kraft wieder fühle, durch alles hindurch zu gehen.

Die größte Herausforderung in meinem Leben ist es, mein ganzes Wissen immer und immer wieder loszulassen, um zu erkennen, was ich von alldem, was ich von „oben“ bekomme, bereits wirklich gelernt habe, was wirklich Weisheit geworden ist, weil es in mir lebt und weil ich dadurch wirklich ein Stück mehr ich selbst geworden bin. Auch dabei brauche ich Hilfe, wie jeder andere Mensch. Natürlich begegnet mir Christus nicht nur als geistiges Wesen, sondern auch oder gerade über andere Menschen und lässt mich über sie fühlen, wie sehr ich geliebt bin oder, dass ich nicht allein bin. Letztlich wird er jedoch immer mehr ein Teil von mir, ein Teil meines Wesens.

Von all den geistigen Lehrern, die ich bisher kennen gelernt habe, ist Christus derjenige, den ich am wenigsten als Lehrer empfunden habe. Seine sanfte Barmherzigkeit und seine unermessliche Stärke geben seinem Geist eine Strahlkraft, die mit Worten nicht zu beschreiben ist. Überhaupt spricht er selten über Worte zu mir. Es ist die Klarheit seines Bewusstseins, die mich immer wieder in meinem Herzen berührt und durch die ich dann die Dinge sehen kann, wie sie wirklich sind.

Ich habe in meinem Leben viel erlebt, viele Tiefs in meinem Herzen, doch er war immer dabei! Deshalb ist meine Beziehung zu ihm schwer zu beschreiben, da er so viele Dinge von mir kennt, die niemand kennt, ja, er war sogar bei allem dabei. Es ist mit einer menschlichen Beziehung kaum zu vergleichen, da wir uns nur sehr selten einander so sehr öffnen und einem anderen Menschen unser ganzes Wesen offenbaren. In den meisten Beziehungen würden wir damit auch unseren Partner überfordern. Christus kann ich nicht überfordern, da er mich in meine Selbstverantwortung genauso führt wie in meine Hingabefähigkeit.

Ich habe mich auch viele Male schon sehr weit von ihm entfernt und ihn auch immer wieder in Frage gestellt, doch dass erneute Einlassen auf ihn war jedes Mal wie ein überglückliches Wiedersehen und Nachhausekommen.

Ich denke, wenn sich jemand auf Christus neu einlässt, so ist es am leichtesten, wenn man ihn als Freund oder als Wesen sieht, das nichts mit Kirche und religiösen Institutionen zu tun hat. Dies hat mir am meisten geholfen, eine eigene und ganz persönliche Beziehung zu ihm aufzubauen. In dieser Beziehung habe ich sehr vieles gelernt und erlebe es als einen wunderbaren Weg, mit dem Ziel, der Kraft des Christus in mir nichts mehr entgegenzusetzen. Ihn in mir zu fühlen bedeutet, die Kraft in mir zu fühlen, die alles bewältigen kann.

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