Die Dreieinige Kraft des Christus Band I:

"Mut zur Wahrheit"


Kapitel 2

Meine Suche nach Gott


Über Gott zu sprechen, scheitert meist schon daran, dass ihn ja niemand persönlich kennt, nur manche glauben, zu wissen, wer oder wie er ist.

Auf meiner Suche nach Gott, bzw. danach, wer oder was Gott ist, sah ich viele Möglichkeiten, die ich einfach alle einmal in den Raum stellen möchte:

Gott ist....

...ein strenger Vater, ein gütiger Vater, ein Richter, die Natur, das Gesetz, die Liebe, das Bewusstsein, die Macht, die Natur, das Nirwana, d.h. alles auflösender Geist, alles in allem, Licht, das Universum, der Schöpfer aller Dinge, nur eine Erfindung der Priester und überhaupt nicht existent...

Viele Begriffe, deren Bedeutung alle bei mir viele Gefühle ausgelöst haben, vor allem, wenn ich mich für einen Begriff wirklich entschieden hatte. Dadurch habe ich erkannt, dass jede "Definition Gottes" von meinen eigenen Emotionen besetzt war. Erst als ich meinen eigenen Emotionen mehr und mehr auf den Grund ging, lernte ich, die wahre Bedeutung der Begriffe, also den Sinn von Worten zu verstehen.

Was Worte ausdrücken, ist für jeden Menschen anders, da sich nicht jeder Mensch die Arbeit und Mühe macht, den wahren Sinn eines Wortes herauszufinden. Selbst wenn ich den wahren Sinn von einigen Worten begriffen habe, so weis ich doch immer noch nicht wer Gott wirklich ist. Wie sollte ich also den wahren Gott finden, wenn ich doch das Gefühl hatte, dass ich mir selbst dabei am meisten im Wege stand? Nun, ich wandte mich direkt an Gott selbst und bat ihn, es mir zu zeigen, ...und so lernte ich Gott in mir selbst zu suchen.

Ich hatte begriffen, wenn ich ihn wirklich finden wollte, dann konnte er nur in meinem eigenen tiefsten Inneren versteckt sein. Wenn ich an meinen Ursprung zurückgehe, an meine eigene Zeugung, dort, wo Gott mich erschaffen hat, vorausgesetzt, es gibt ihn, dann muss er dort zu finden sein. Also musste ich zurück, d.h. ich musste mich erinnern an das, was wirklich geschah bei meiner Zeugung. Wenn ich wirklich ein Geist aus dem Geist Gottes war, so kann ich mich auch an meine Zeugung erinnern, wenn ich kein Geist bin, sondern nur Fleisch und Wasser, so werde ich mich sowieso irgendwann an gar nichts mehr erinnern. Nun, ich begann mich zu erinnern und begab mich somit auf eine Reise, die sehr lang und meist unbestimmt war, ...und ich begann zu erfahren, was Trennung, Schmerz, Angst, Wut, aber auch Heilung, Gnade und Sehnsucht bedeutet.

Die Sehnsucht nach dem Absoluten, nach dem Göttlichen, hat mich auf den Weg meiner Bestimmung geführt: Gott zu finden und ihn zu verstehen. Dabei gab es viele schmerzliche Erkenntnisse und Enttäuschungen, aber auch lichtvolle und ekstatische Erlebnisse. Vor allem aber öffnete mich dieser Weg für die kleinen und großen Wunder des alltäglichen Lebens und der Erkenntnis, dass es Gott auch außerhalb von mir gab und er mir hilft, meinen Weg zu gehen und mich seine Liebe fühlen lässt, so ich das zulasse.

Eine Zeit lang war ich der Überzeugung, dass man Gott nicht verstehen kann, nur erfahren. Dies berichten auch viele Menschen, die Erleuchtungserlebnisse hatten. Diese Überzeugung habe ich allerdings auch wieder verworfen, als ich begriffen habe, dass wir Gott zwar nur fühlen können, wenn wir ihn erfahren, aber dass ich ihn auch verstehen und ihn auch in seinem Wirken erleben will.

Ich fand also mehr als nur einen Aspekt der Gottessehnsucht in mir: Einen, der Gott verstehen will, einen, der Gott erfahren will und einen, der Gott in seinem Wirken erleben will und dies sowohl in mir als auch außerhalb von mir. Es gibt also drei Aspekte der Sehnsucht, jeweils nach innen und nach außen gerichtet.

All diese Aspekte habe ich erfahren, getrennt voneinander, einzeln, nacheinander, und ich erfahre sie noch immer und immer wieder. Und jedes Mal, wenn ich einen dieser drei Aspekte intensiv erfahre, wird die Sehnsucht nach den anderen Aspekten wieder größer. So bleibe ich immer in Bewegung und erkenne, dass es zwar immer wieder ein Ankommen in wunderbaren Momenten gibt, dass aber das Entscheidende die Bewegung ist, das Weitergehen oder einfacher gesagt das Wachsen. Das Eintauchen in das ewig Göttliche ist sozusagen ewige Bewegung, ewige Veränderung, ewiges Wachstum.

Eine sehr konkrete Gotteserfahrung war meine erste hellsichtige Begegnung mit der Dreieinigen Kraft des Christus:

In einer meiner täglichen Meditationen am Abend versuchte ich gerade wieder, innere Bilder aufzuschreiben, zu fühlen und zu verarbeiten. Es kam jedoch kein Bild, sondern ein heller weißer Strahl von oben, der sich in drei weiße Strahlen aufteilte. Zwei davon gingen in meine Hände, der dritte in mein Herz. Das war ein sehr schönes Gefühl, jedoch machte mich das ganze etwas ratlos, da ich damals nichts von Heilung oder Energiearbeit oder Heilenergien wusste. Außerdem war ich überzeugt, selbst kein Heiler zu sein.

Durch einen eigenartigen Impuls wurden meine Hände nach vorne gedrückt, dem Strahl entgegen, und ich fand heraus, dass ich meine Hände und mein Herz als Licht reflektierenden Spiegel verwenden konnte. Ich konnte diese drei weißen Strahlen also lenken, doch wohin und warum?

Zusammen mit diesem weißen, dreigeteilten Strahl war auch folgende Botschaft zu mir gekommen: "Dies ist der Dreieinige Strahl, es ist der Strahl der Offenbarung". Verwirrt und gleichzeitig fasziniert fragte ich mich: Was mache ich mit einem "Strahl der Offenbarung"?

Nun gut, ich saß in meinem kleinen 3x3m-Büro am Schreibtisch vor dem Fenster, wo zwei Blumenstöcke standen. Diese beiden waren meine ersten "Opfer". Ich lenkte die drei weißen Strahlen auf die erste Pflanze und konnte damit wie mit Laserstrahlen spielen. Als ich die drei Strahlen sich in einem Punkt zusammentreffen ließ, erlebte ich etwas Schönes, was ich erst sehr viel später verstand: Wo diese drei Strahlen zusammentrafen, entstand eine kleine weiße Sonne, deren Licht heller, gleißender, einfach intensiver und irgendwie anders war, als das Licht der drei weißen Strahlen. Es war eine vollkommen neue Qualität entstanden. Außerdem blieb diese weiße Sonne noch eine Zeit lang sichtbar, auch wenn ich die drei Strahlen nicht mehr auf sie gerichtet hatte.

Das gleiche wiederholte ich dann beim zweiten Blumenstock. Ich war gespannt, ob es Reaktionen geben oder was geschehen würde. Ein paar Tage später zeigte es sich dann: Der eine grünblättrige (ich glaube, es war ein Benjamini) Blumenstock hatte alle Blätter abgeworfen. Aus der Blumenerde kamen viele, für mich seltsame weiße Läuse oder Fliegen, genau weiß ich es nicht mehr. Auf alle Fälle zeigte es sich, dass schon lange Zeit diese Läuse gewirkt haben mussten. Es offenbarte sich also eine "Krankheit", die man vorher nicht sehen konnte. Ich habe den Blumenstock dann der Erde zurückgegeben und ihn auf den Kompost getan, damit nicht noch mehr Blumen angesteckt werden.

Der andere Blumenstock hatte große rote Blätter, nicht viele, aber immerhin, er hielt sich schon seit einigen Jahren so. Nach einer Woche sprossen aus allen Winkeln neue Blätter und, zu meinem größten Erstaunen, begann er zu blühen. Seit Jahren hatte ich diese Pflanze bei mir, und ich hatte keine Ahnung davon, dass sie überhaupt blühen konnte. Für mich war das ein Wunder: Faustgroße Büschel von zartrosa Blüten waren erschienen. Es hatte sich offenbart, dass die Pflanze die Fähigkeit hatte, zu blühen, und das viel schöner, als ich es jemals vermutet hätte.

Im Laufe der darauf folgenden Zeit wurde "Offenbarung" für mich etwas Einfaches, ein natürliches Phänomen, durch das man zur Ursache einer Problematik, aber auch auf den Grund der eigenen Seele kommt. Ich bekam sozusagen ein wunderbares Hilfsmittel, durch das ich zurückkehren kann, zurück zum Ursprung, zum Innersten, damit es sich offenbart. Der Weg ins Innerste ist sicher nicht immer einfach und manchmal auch sehr langwierig und ich muss mich auch dafür entscheiden, ins Innerste vordringen zu wollen, doch was sich letztlich offenbart ist immer das Gleiche: Gott! und das heißt, die Liebe, das Licht oder die wunderbare Kraft des Lebens.

Seit dieser ersten Begegnung mit dem Dreieinigen Strahl hat sich mein ganzes Leben verändert, und der Strahl ist seitdem immer da und begleitet mich auf meinem Weg, dem Weg zurück zu meiner Seele, dem Weg wieder zurück in meine Gegenwart und dem Weg in meine Berufung.