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Mein Weg aus meiner Blindheit und Naivität

zu Mitgefühl, zu Verständnis

und zu neuer Hoffnung...

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Ach Gott, wie war ich doch naiv und blind...

Ich hab so Vieles nicht gesehen, hab weggeschaut, hab immer nur gesehen,

was ich sehen wollte,

ließ lieber zu, dass man mich ausnutzte und manipuliert,

um nicht zu erkennen, wie schlimm die Welt doch ist,

wie hart, wie grausam und wie kritisch die Menschen doch auch sein können.

Ihre prüfenden Blicke, ihre Härte...

Ich habe Angst zu erkennen, wie sehr ich darunter leide,

aber auch, dass ich vielleicht selbst so bin...

und selbst wenn nicht,

so hab ich doch auch Angst zu fragen, was ich hier soll in dieser Dunkelheit?

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Auf meinem Weg erlebe ich auch viele Täuschungen,

Enttäuschungen, aber auch Selbsttäuschungen.

Ja ich muss erkennen,

die Welt ist nicht so schön wie ich sie gerne sehen möchte

und ich bin geworden, wie ich doch niemals werden wollte,

aber

ich darf auch erkennen:

Ich bin nicht wirklich so, es ist nur mein Verhalten, nur eine Rolle!

In mir, in meinem Herzen strahlt ein Licht

und dieses Licht ist anders,

ich bin anders!

Ich habe Verhaltensweisen übernommen, Umgangsformen angenommen,

aber in meinem Herzen bin immer noch ich selbst,

da bin ich immer noch ein Kind,

immer noch das Kind meines geliebten Vaters,

der soviel Liebe und Mitgefühl hat, dass er sie mit allen Menschen teilen will.

Ich darf wieder erkennen:

Ich bin ein individuelles Kind Gottes,

auf meine eigene Art und Weise, mit meinem eigenen Weg,

den ich ging und weitergehe...

Es ist wie ein Schatz, den ich gefunden habe,

kostbarer als alle Reichtümer dieser Welt,

weil dieser Schatz in mir noch glänzen wird,

selbst wenn diese Welt längst vorüber ist und ich in einer anderen bin.

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Doch in der "realen" Welt so frage ich mich, was mach ich hier,

mit all der Kritik mit der ich leben muss,

mit dem Erwartungsdruck und der Gewaltbereitschaft,

die mir mit aller Entschlossenheit aus den Augen der Menschen doch entgegenstrahlt?

Selbst mit dem übergroßen Schatz in mir,

mit der Erkenntnis meines wahren Wesens,

mit der Erkenntnis, dass Kritik, Erwartungsdruck und Gewaltbereitschaft

niemals mein wahres Wesen ist

und dass es natürlich auch niemals das wahre Wesen eines anderen ist,

weil doch letztlich jeder ein Kind Gottes ist...

Trotz alldem fühle ich mich so allein, denn Nähe tut nur weh...

So verletzend ist der Kampf, den die Menschen mit Gott und mit sich selber führen,

ihnen nahe kommen heißt für mich,

ihren Hass zu fühlen, ihre Kontrolle und auch ihre Ohnmacht.

Andersartigkeit ist für sie Bedrohung,

Gefühlsvielfalt unerträglich

und Impulsivität bringt sie in Panik und in Aufruhr.

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Nun, meine Naivität starb und Bewusstsein ward in mir erwacht,

ich lernte hinzuschauen,

doch was ich in meinem neuen Lichte sah,

ist nicht das Leben vielmehr die Weigerung davon.

Ist das die Wahrheit, was ich seh?

Sinnlos erscheint mir dieses resignierte Leben

von Menschen, die doch nicht wirklich Leben,

nicht leben wollen, doch warum?

Vielleicht ist es ihnen ja zu anstrengend, zu leben, aus vollem Herzen,

Gott zu suchen, sein wahres Selbst zu suchen, Liebe zu verschenken...

Ich frage mich, was mache ich dann hier mit all dieser Weigerung?

Wo ist der Sinn geblieben...

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Lange Zeit blieb ich mit dieser Weigerung

und entdeckte diese Weigerung nun auch in mir,

ja, ich habe sie genauso angenommen.

Doch Stück für Stück find ich heraus,

dass es Wege sind, die ich gehe,

Wege, die zu Gott führen

Wege, die zum Leben führen, zur Freude und zur Lebendigkeit

Wege zu Glückseeligkeit, zur Liebe und zu Wundern...

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Aber auch Wege, die von Gott wegführen,

Wege voll Unsicherheit, voll Minderwertigkeit und voll Zweifel,

Wege, die in Dunkelheit, in Armut, in Existenzangst und in Ohnmacht führen,

Wege, voll Angst, voll Schmerz und auch voll Wut,

Wege, die in angstvoller Starre, in Unversöhnlichkeit und Trauer

und in Gereiztheit enden,

.

und doch...

fangen meine wahren Wege nun erst an

der Sinn meines Lebens offenbart sich mir erst jetzt.

Ich hab so viel gewonnen und fast alles wieder verloren, was war der Sinn davon?

Natürlich kann ich durch den Weg der Euphorie das schöne Gefühl wieder erzwingen,

oder mich durch den Weg der Verbitterung abhärten,

doch ist das wirklich das, was das Leben von mir will?

Nein,

es gibt wirklich noch eine andere Art von Wegen:

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Das sind die Wege hindurch,

die Wege, die immer wieder aus der Dunkelheit herausführen,

weil ich nicht aufhöre hinzuschauen und zu suchen,

bis ich das Licht in der Dunkelheit wiedergefunden habe!

Es sind dies die Wege des Mutes...

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Wege, die mich immer wieder mein Licht, meine Liebe und auch meine Willenskraft finden lassen,

es sind dies die Wege der Befreiung,

Wege,

auf denen ich Mut zu Selbsterkenntnis erlerne, aber auch meine innere Weisheit wieder finde,

auf denen ich Barmherzigkeit mit mir selbst lerne und die mich dadurch meine Intuition wieder finden lassen,

und ich lerne auf ihnen auch Selbstermächtigung und finde meine eigene Impulsivität wieder.

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Wege, die mich in meinem Licht, in meiner Liebe und in meiner Kraft immer weiter wachsen lassen,

es sind dies die Wege der Heilung,

Wege,

auf denen ich Mut zur Veränderung lerne und Verständnis entwickle,

auf denen ich die Bereitschaft zur Versöhnung erlerne und mein Mitgefühl entstehen lasse,

und ich lerne durch diese Wege zu Vertrauen und wieder zu Hoffen...

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Ja, erst jetzt begreife ich, was mir in meiner Naivität wirklich gefehlt hat,

die Kenntnis über den Weg hindurch,

einen Weg hindurch, durch alle Schwierigkeiten,

denn es gibt ihn!

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Das ist die frohe Botschaft, die ich gefunden habe:

Es gibt einen Weg hindurch durch alle Schwierigkeiten!

Gott existiert, und das nicht nur im Himmel,

auch in der Erde, um mich herum, im hier und jetzt

und auch in mir, in meinem Herzen und in jeder Zelle meines Körpers,

und er hilft mir diese Wege zu beschreiten, weil ich ihn darum bitte, immer wieder.

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Meine Bestimmung ist es, diese Wege zu finden und sie zu gehen,

und ich glaube, wenn einer einmal einen Weg vorangegangen ist,

dann kann ihn jeder gehen, egal ob man sich kennt oder nicht.

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...und meine Naivität wandelte sich zu einer großen Erkenntnis:

Die Menschen haben resigniert, ich hatte resigniert,

weil wir die Wege nicht mehr kannten,

die Wege "hindurch",

die Wege meiner Befreiung, die Wege meiner Heilung, die Wege der Verwandlung!

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...so wurde aus meiner Blindheit und meiner Naivität eine große Erkenntnis,

und aus meiner großen Erkenntnis wurde endlich mein Verständnis, mein Mitgefühl

und meine Hoffnung auf eine wunderbare Welt,

die ich zwar erst erschaffen muss,

doch wobei mich alle Kräfte des Lebens unterstützen

und die himmlische Welt mir wunderbare Begleiter an die Seite stellt...

Heliamus Raimund


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