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Richtig und Falsch

und was ich dabei wirklich falsch mache,

oder wie sag ich´s meinem Kinde...

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  • Jedes Mal, wenn ich jemandem erkläre, wie er richtiger Weise sein sollte, vermittle ich ihm eigentlich, dass er in seinem Wesen falsch ist!
  • Jedes Mal, wenn ich jemandem erkläre, dass er sein Verhalten ändern sollte, erkenne ich bereits, dass das Wesen eines Menschen nicht falsch ist, sondern nur sein Umgang. Somit kann ich ihm einen Weg offenbaren, den er auch gehen kann, aber nur, wenn ich ihn auch schon gegangen bin.
  • Jedes Mal, wenn ich jemandem erkläre, welches Verhalten er ändern sollte und ihm zeige wie, dann offenbare ich ihm einen neuen Weg, den ich schon einmal gegangen bin und den er deshalb auch gehen kann. Ich zeige ihm, dass lediglich seine Umgangsweise mit sich selbst oder mit irgendeiner Sache falsch ist, d.h. dass sie übernommen ist und nicht seinem wahren Wesen entspricht und deshalb nicht echt ist. Aber ich stelle nicht sein Wesen in Frage!

Wenn ich das Wesen eines Menschen (auch bei Kindern) in Frage stelle, dann gibt es keine Instanz mehr, die etwas ändern kann, sondern der Mensch muss, wenn er meiner Kritik standhalten will, sein Wesen, sich selbst und somit auch seine Eigenständigkeit aufgeben und verliert somit den Bezug zu seinem wahren Wesen. Wenn ich das Wesen eines Menschen in Frage stelle, stelle ich eigentlich auch mein eigenes Wesen in Frage, weil ich somit in Frage stelle, dass wir doch alle letztlich Kinder Gottes sind.

Wenn ich also mit dem Wesen eines Menschen nicht klar komme, so ist das eigentlich mein Problem, ich meine, dass eigentlich meine Angst und mein Schuldgefühl sich darin widerspiegeln. Wenn ich versuche den anderen zu ändern, dann projiziere ich mein Problem, meine Angst, mein Schuldgefühl auf ihn. Weil ich den anderen nicht ertrage, will ich ihn ändern oder glaube ihn aufklären oder ihm helfen zu müssen (Helfersyndrom = Manipulation), damit er sich ändert.

  • Jedes Mal, wenn ich einem Menschen Verständnis entgegenbringe, erwecke ich durch mein Vorbild vielleicht seine Neugier und seinen Mut ein neues Verhalten auszuprobieren und Erneuerung zu erleben.

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Ich bin vor kurzem zu einer spirituellen Website befragt worden und möchte daran ein Phänomen in der spirituellen Entwicklung erklären, in der die Wertung von Richtig und Falsch wieder auftaucht und was sich auf dieser Website auch sehr deutlich zeigte. Ich nenne es das Luziferprinzip, weil es damit zu tun hat, lichtvoll zu erscheinen. Lichtvoll erscheinen bedeutet richtig zu erscheinen. Göttliches Licht ist nur dann wahrhaftig, wenn es aus meinem Herzen kommt, also von innen nach außen strahlt. Leider ist Luzifer die Idee gekommen es umgekehrt zu probieren: Ich mache einfach alles richtig, dann brauche ich die Angst in mir nicht mehr anschauen und sie auch nicht mehr überwinden. Es ist letztlich der Streich des Egos vor allem unangenehmen auszuweichen, indem ich das Licht von außen in mich hineinbringe, um das Leben irgendwie auszutricksen und die wirklichen Erfahrungen der Seele nicht mehr fühlen zu müssen. Ich selbst kenne dieses Ego wie du dir vorstellen kannst aus eigener Erfahrung. Es sieht immer so einfach und so bequem aus, eben alles richtig zu machen und dadurch nicht nur lichtvoll zu erscheinen, sondern auch Unangenehmes zu vermeiden.

Ein Beispiel: gesunde Ernährung

Wenn ich mich katastrophal ernähre, dann geht es mir natürlich auch schlecht? Falsch! Nicht weil ich mich schlecht ernähre, das Falsche oder zu viel esse, geht es mir schlecht, sondern weil ich nicht fühle, wie oder was ich esse. Warum? Weil ich Angst habe, mir etwas zu gönnen, etwas zu genießen... letztlich weil ich mich "eigentlich" schuldig fühle, wenn ich mir etwas Gutes gönne.

Stopp, denn jetzt kommt das entscheidende: Die Angst bzw. das Schuldgefühl ist es, mit was ich umgehen lernen muss, bevor ich wieder lernen kann genussvoll zu Essen oder mich auf natürliche, d.h. meiner eigenen Natur entsprechenden Weise zu Ernähren. Für mich gibt es keine falsche Ernährung, nur den falschen Umgang damit. Wenn ich aus meinem Herzen heraus etwas esse, also bewusst, dann gibt es keine schlechte Nahrung für mich, sondern höchstens das, was ich gerade nicht brauche.

Angst beim Essen zu haben oder auch ein schlechtes Gewissen, was beides auf Schuldgefühle hinweist, ist jedoch auch nicht falsch, nur mein Umgang damit, der ist falsch:

  1. Wenn ich meine Ängste oder meine Schuldgefühle ignoriere, dann gehe ich sicher nicht liebevoll mit mir um, sondern eben ignorant, was aus meiner Sicht das normale Ego darstellt.
  2. Wenn ich nun mich jedoch richtig ernähre (richtig denke, richtig fühle...), dann esse ich jetzt nur noch das, von dem ich weis, dass es ganz sicher richtig, d.h. gesund, biologisch, lichtvoll und auf gar keinen Fall niederschwingend (Fleisch) oder eben aus irgendeiner Sicht heraus falsch oder schlecht ist. Ich führe mir also lichtvolle Dinge von außen zu, damit ich lichtvoll werde (spirituelles Ego). Egal ob es um Ernährung, ums Denken oder Fühlen geht, richtig und falsch entscheidet immer das Ego, weil es eben die Angst nicht fühlen will, die Angst vor mir selbst, also das Schuldgefühl. Wenn ich mich aber jetzt aber richtig ernähre und dadurch natürlich auch lichtvoll, also richtig erscheine, weil ich mir ja so viele richtige und lichtvolle Dinge einverleibe, so dass ich immer heller werde, was passiert dann mir meinem Schuldgefühl? Genau, es verschwindet nicht und die Spannung zwischen meinem Ego, das die Angst vermeiden will und zwischen meinem Schuldgefühl wird immer größer. Es ist einfach nur eine andere Art mein Schuldgefühl zu ignorieren oder es zu kompensieren.
  3. Nun, ich mache die Erfahrung, dass es das wichtigste ist, dass ich mit meinem Schuldgefühl umgehe und erkenne, dass ich letztlich sowieso ein Kind Gottes bin und somit genau fühle und erkenne, was für mich stimmt und was nicht. Natürlich brauche ich den Mut dafür Einzustehen, doch genau das ist der Weg, den ich gehe und was ich auch versuche zu lehren: Den Mut zu finden mit meinen unangenehmen Gefühlen umzugehen, um ihnen nicht mehr ausweichen zu müssen und herauszufinden, wer ich wirklich bin: „Eben doch ein lichtvolles Wesen!“

Die Behauptung auf der genannten Website, es sei Gott, der zu den Menschen über diese Website spricht, ist zwar vielleicht liebevoll gemeint, aber nicht echt, weil er (oder sie) somit die Verantwortung für das geschriebene nicht übernimmt, also ist es doch eher das Ego, was das geschrieben hat. Er oder sie hat Angst für sich selbst Einzustehen und entzieht sich der Verantwortung zu erkennen, dass vielleicht doch einiges nicht der "Wahrheit" entspricht und stark gefärbt ist vom eigenen Unterbewusstsein, indem sein Ego einfach erklärt, dass alles geschriebene von Gott ist und somit lichtvoll, also richtig sein muss. Sollte das irgendjemand noch nicht erkennen, ist er eben noch nicht reif genug...

Trotzdem will ich nicht kritisieren sondern aufklären und ich bin mir sicher, das der oder die diese Website geschrieben hat ebenfalls sehr viel dazu beiträgt, weil viele Menschen viele unterschiedliche Wege gehen und unterschiedliche Hilfen und Aufklärungen brauchen. Außerdem hat er auch mein Verständnis, weil ich weis wie schwierig es ist, aus dem Luziferprinzip auszusteigen, also alles lichtvolle Erscheinen wieder loszulassen und die hohen Schwingungen zu verlassen, für ein einfaches Schuldgefühl, für ehrliche Gefühle und für viele Ängste. Doch genau das ist für mich das einzig wichtige geworden, da ich erlebe, dass eine Botschaft nur dann wahr im Sinne von wahrhaftig ist, wenn ich selbst erfahren und bewältigt habe, was ich lehre. Botschaften aus der geistigen Welt sind somit niemals wahr im Sinne von "vollkommener" Wahrheit, weil ich eben nur der Übermittler bin von einem Licht bin, was sich in meinen Worten versucht auszudrücken, also gefärbt von meinem Unterbewusstsein und von meinen verdrängten Schuldgefühlen. Hätte ich kein Unterbewusstsein, wäre ich ja selbst ein strahlendes Lichtwesen und würde die Botschaften direkt von mir zu dir übertragen und bräuchte kein anderes Lichtwesen, das über mich spricht. Ich müsste auch niemandem erklären, dass es Gott ist, der zu dir spricht, sondern ich würde einfach als der sprechen der ich bin. Das muss ich nur, wenn ich Angst davor habe, dass es nicht so ist bzw. dass es jemand nicht erkennt. Und wie ich schon sagte, Angst zu haben wäre ja nicht falsch, weil es menschlich ist, nur der Umgang mit der Angst...

Ich glaube, dass es schwerlich zu sagen ist, ob die Verführung "endlich lichtvoll erscheinen zu dürfen", wenn ich eine bestimmte Bedingung erfülle, eher gefährlich oder eher unterstützend ist, aber ich hoffe ich kann mit meinen Ausführungen ein Stück weit Mut machen, mehr zu erkennen, was wirklich lichtvoll ist und was nur so erscheint. Es braucht viel Mut und einen wachen Geist, um das wahre Licht vom lichtvollen Erscheinen zu unterscheiden, auch in mir selbst.

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Ich wünsche jedem, der dies liest, einen wachen Geist und den Mut, die Wahrheit im eigenen Herzen wieder zu finden.

Heliamus Raimund


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