...spezielle Themen: (für Vollbildmodus hier klicken)

Die Heilung und Verwandlung von Beziehungen, Traumpartner "werden" statt suchen...

.

Wenn ich nach jemandem suche, der mich liebt, dann suche ich eigentlich nach jemandem, der mir die Erlaubnis gibt zu lieben, der keine Angst vor meiner Liebe hat, also der mir diese Angst nimmt...

Ich suche nach Liebe, die von außen zu mir kommt, damit ich endlich wieder Liebe in mir fühle und die Angst davor, nicht lieben zu können bzw. nicht zu dürfen, überdeckt wird. Es ist die Angst davor meine eigene ganz persönliche Liebe zuzulassen, meine Gefühle anzunehmen und mit ihnen zu bleiben, bis ich meine eigene Liebe wieder gefunden habe und sie wieder von innen heraus erblüht. Es ist unendlich viel Liebe in mir, doch leider ist den meisten das nicht mehr bewusst und sie begeben sich in große Abhängigkeiten und Zwänge und fügen sich selbst dadurch viel Leid zu.

Die Liebe, die ich zwanghaft suche ist in mir selbst! Einen spirituellen Weg nach innen zu gehen bedeutet jedoch nicht, dass es dann keine Partnerschaft oder keine Beziehung mehr gibt, sondern ganz im Gegenteil. Ich werde endlich fähig eine wahre Beziehung einzugehen, weil meine Beziehung zu mir selbst und zu Gott aktiv ist.

Liebe, Geduld, Vergebung, Individualität, Toleranz, Verständnis, Lebenslust, Ansporn und Vertrauen, alles Kräfte, die ich in einer Beziehung bräuchte, existieren in mir selbst, weil ich im Grunde meines Wesen göttlich bin und wunderbare Fähigkeiten habe. Doch muss ich sie in der Beziehung zu mir selbst und zu Gott erst mehr und mehr entwickeln. Es ist nicht die Frage, ob ich diese Fähigkeiten schon entwickelt habe, sondern ob ich sie entwickeln will. Wachsen tu ich von ganz alleine, ich muss es nur wollen. Entscheidend ist jedoch, dass ich diese Qualitäten im Umgang mit mir selbst und im Umgang mit Gott entwickle, weil ich sonst meine eigenen Schwierigkeiten auf meinen Partner projiziere und ihn verantwortlich mache, wenn ich etwas nicht bekomme oder nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle.

Bin ich z.B. nicht tolerant im Umgang mit mir selbst, suche ich mir einen Partner, der scheinbar tolerant mit mir ist. Dennoch wird er niemals meine eigene Intoleranz vollkommen ausgleichen können, vor allem weil er die Entstehung meiner Intoleranz im Umgang mit mir selbst, nicht verursacht hat. Diese muss ich selbst erkennen und heilen, damit sich mein Verhalten wirklich ändert und ich selbst wieder verständnisvoller mit mir umgehe.

Wenn ich all diese wunderbaren Fähigkeiten nicht entwickeln will, kann ich sie auch mit niemandem teilen. Selbst wenn mir jemand z.B. Verständnis entgegenbringt, so kann ich es doch nicht weitergeben, weil ich es ja auch nicht wirklich annehmen kann.

Eine Beziehung besteht aus "teilen", deshalb stelle ich mir immer wieder die Frage, was ich wirklich zu teilen habe? Kritik, Kontrolle, Hass, Erwartungen, Destruktivität, Misstrauen? Und diese Frage ist keine Prüfungsfrage, denn ich habe verstanden, dass es darum geht, Barmherzigkeit und Verständnis im Umgang mit mir selbst zu entwickeln. Nur durch meinen liebevollen Umgang mit mir selbst kann ich all diese Verhaltensweisen loslassen oder verwandeln.

Es existiert so viel Reichtum in jedem Menschen, der jede Beziehung in einen reichen Austausch an Gefühlen, Gedanken, Ideen, lustvollen Aktivitäten... usw. verwandeln kann, wenn ich nur bereit bin, dies alles zu leben und das bedeutet es zu entwickeln.

Natürlich wünscht sich jeder (wenn er ehrlich ist) seinen Traumpartner, der mich liebt, so wie ich bin, der mich in meinem Wesen versteht und der dann auch noch mit mir leben und lieben will. Ich fand es immer mutig, sich seine Ideale, Sehnsüchte und Wünsche zu bewahren, und auch wichtig, seinen Träume nachzugehen. Doch all das, was in meinem Traumpartner existiert muss ich zuerst in mir selbst entwickeln, weil ich sonst nicht fähig bin, es zu "teilen". Selbst wenn mein Traumpartner, meine Dualseele, meine andere Hälfte, die mir von Gott bestimmt wurde, mir persönlich gegenüber stehen würde, so würde ich ihn doch nicht erkennen und selbst wenn, so hätte ich nicht den Mut all meine Gefühle zu zeigen. Diesen Mut, zu meinen Gefühlen zu stehen, also in meinen Gefühlen stehen zu lernen, den muss ich schon vorher entwickeln und nicht erst darauf warten, dass mein Traumpartner kommt. Vielleicht lebe ich ja sogar schon mit ihm zusammen und kann es aber nicht erkennen oder nicht fühlen.

Wenn ich lerne mich selbst zu verstehen, dann kann ich auch einen Partner finden, der "sich" und somit natürlich auch mich versteht. Was ich habe, kann ich teilen oder sogar verschenken. Was ich nicht habe, kann ich auch nicht geben und auch wenn ich es auch noch so versuche, so bleibt es doch nur der Versuch, doch nur ein Erscheinen.

Wenn ich entschließe, selbst zu meinem Traumpartner zu werden, bedeutet das ja eigentlich wunderbare Fähigkeiten zu entwickeln, die mich in jedem Falle reicher werden lassen. Ob ich diese Fähigkeiten mit meinem momentanen Partner dann noch teilen kann oder nicht, oder ob ich einen Partner finde, der den Mut hat, mit mir zusammen dies zu leben, dass lege ich, wenn ich dies nicht sowieso schon getan habe, in jedem Fall in Gottes Hände, denn dies kann ich nicht erreichen. Keiner kann erzwingen, das Herz eines anderen zu öffnen. Wenn es doch geschieht ist es in jedem Fall Gnade. In jedem Fall ist es ein Geschenk, das ich durch nichts erreichen kann, als durch meine Hingabe an das Leben.

Doch wenn ich eines gelernt habe, so ist es dies, dass die einzige Wahrheit über das, was möglich ist und was nicht, in der Sehnsucht meines eigenen Herzens liegt. Was ich mir wirklich ersehne, ist auch möglich, existiert schon irgendwo. Sehr oft erlebte ich, dass meine Enttäuschungen, die ich so erlebte, darauf beruhten, dass ich nicht den Mut hatte, den tiefsten Sehnsüchten meines Herzens wirklich nachzugehen, sie erst einmal wirklich anzunehmen. Kompromissbereitschaft hielt ich eben auch für eine Tugend.

Es gibt einen großen Unterschied zwischen Kompromiss und Gnade in einer Partnerschaft: Im Kompromiss vereinbare ich einen Handel - Du für mich, ich für dich - natürlich gut verteilt, je nachdem was jeder zu geben hat bzw. wie wertvoll das ist, was jeder einbringt. Wirkliche Öffnung, ich meine echte Hingabe geschieht dabei nicht mehr. Letztlich ist es nur noch die gegenseitige Erfüllung von Erwartungshaltungen.

Wenn ich meine Erwartungen loslasse, beginne ich wieder mehr zu fühlen, was gerade ist bzw. wie es mir gerade geht, und somit ist jeder Tag in einer Beziehung ein neuer Tag. Ich lass mich also freiwillig jeden Tag auf einen Menschen neu ein, weil ich weis, dass ich ihn niemals besitzen werde, weil dieser Mensch ein Kind Gottes ist und ihm allein gehört.

Wenn ich auch noch selbst fühle, dass ich ein Kind Gottes bin, so kann ich fühlen, dass wir sowieso zusammengehören, dass wir Kinder einer einzigen großen Familie sind und uns niemals auf ewig verlieren werden, selbst wenn wir uns momentan trennen. Und ich kann auch fühlen, ob bzw. dass es Gottes Wille ist, dass ich geliebt werde, und ich deshalb ihm vertrauen muss und nicht meinem gegenüber.

Es bedeutet, dass ich nicht vom anderen erwarten kann, mir etwas zu geben, weil ich erkenne, dass er auch nur ein Mensch ist, mit Fehlern und Schwächen, der mir manchmal etwas geben kann und manchmal eben nicht.

Gnade zu erleben bedeutet, ich bin einfach ich selbst und erlebe, dass ich etwas geschenkt bekomme, umsonst und ohne Gegenleistung, also nicht, weil ich etwas gebe oder dafür tun muss, nein, einfach nur, weil ich ich selbst bin. Dies berührt mein Herz und erfüllt mich mit echter Freude und mit echter Dankbarkeit, die ich auch nicht zeigen muss, weil sie jeder fühlen kann, dessen Herz offen ist...

Selbst wenn es so wäre, dass ich dies nur ein einziges Mal in meinem Leben wirklich erfahren könnte, so wäre es die Erfahrung doch wert, dafür alle äußeren Erscheinungsformen zu verlieren. Nur wer einmal so tief berührt wurde und die Sehnsucht danach sich bewahrt, hat den Schlüssel zu den himmlischen Toren, zu einer Liebe und zu einer Sehnsucht, die sich irgendwann erfüllen wird...

Wenn ein anderer Mensch mich liebt, so ist das ein Geschenk, ein Geschenk des Lebens, ein Geschenk des Himmels, um mir zu zeigen, dass ich geliebt werde, nicht weil ich etwas dafür getan habe, sondern einfach weil ich die Sehnsucht danach fühle und mein Herz öffne.

Es gibt keinen Grund, warum wir geliebt werden.

Es gibt keinen Grund für Liebe, sonst wäre es keine Liebe!

Vielleicht könnte man die Liebe so erklären, dass wenn wir alle Kinder Gottes sind, Gott mich natürlich über alles liebt? Und warum sollte er mich dies nicht durch einen anderen Menschen fühlen lassen?

Gott, das Leben liebt mich..., ohne weil und ohne Bedingung. Und wenn ich es erfahre geliebt zu werden, so ist es ein Geschenk und die einzige Dankbarkeit, die ich zeigen kann, ist die, es aus ganzem Herzen anzunehmen.

Auch wenn ich mich manchmal nicht geliebt fühle, ist dies keine Bestrafung, zumindest keine Bestrafung, die durch das Leben oder durch Gott geschieht. Für den „lieblosen Umgang“ untereinander und für meine vielleicht sehr schlimme Vergangenheit muss ich lernen, selbst die Verantwortung zu übernehmen. Gott oder das Leben ist nicht daran schuld, weder an meiner Lebensgeschichte, noch an der Umwelt, in der ich lebe, aber er kann mir helfen da herauszukommen und vor allem kann er mich fühlen lassen, dass ich geliebt werde, wenn ich mein Herz wieder zu öffnen bereit bin.

Wenn wir auch derzeit "Alles" auf dieser Welt habe bzw. erreichen kann, so kann ich es doch nicht erreichen geliebt zu werden, denn für echte Liebe gibt es keinen Grund! Ich kann es nur zulassen, wenn es geschieht. Sie kommt einfach, weil ein Mensch sich entscheidet sein Herz zu öffnen und durch sein Herz die Liebe des Lebens zu mir fließen lässt. Doch diese Entscheidung kann ich nicht erzwingen, sondern ich kann sie nur vorleben und das bedeutet, ich kann nur selbst mein Herz öffnen, wie eine Blüte, die erblüht, nicht weil sie weis, dass ihr dabei jemand zusieht und sie bewundert, sondern einfach weil sie dem Leben vertraut und weil sie das Leben liebt!

Wenn eine Beziehung auf Hingabe und auf Gnade beruht, so braucht es nicht die Fähigkeit, sich gut verkaufen zu können oder etwas gut aushandeln zu können, sondern es braucht andere Fähigkeiten, wie z.B. den Mut sich auf einen Menschen immer wieder neu einzulassen, die Bereitschaft dem Leben zu vertrauen, aber auch die Bereitschaft sich immer wieder neu zu versöhnen...

Immer wieder hab ich mich auch nach dem Sinn von Trennungen von meinen Partnerinnen gefragt und eine verblüffende Antwort bekommen: Gott will nicht, dass ich Kompromisse schließe, durch die ich meine Liebe zurücknehme oder mich verstelle, und: Gott kann mir nur meine Sehnsüchte erfüllen, wenn ich auch bereit bin, sie zu fühlen.

Also trotz hartnäckigster Kompromissbereitschaft zeigt mir das Leben immer wieder in allen Lebenslagen, dass dies nicht der Sinn meines Lebens ist.

Wenn ich also meine Sehnsucht fühle und alle die wunderbaren Qualitäten meines Traumpartners in mir entwickle, so ermögliche ich dadurch erst, dass mir diese Qualitäten auch im Außen begegnen können. Es gibt es ein geistiges Gesetz, das besagt, wie Innen so Außen, was nicht besagt, dass es übereinstimmen muss, sondern dass es einen Zusammenhang zwischen Innen und Außen gibt: Was ich in mir entwickle, ermögliche ich auch im Außen. Dies soll auf gar keinen Fall ein Patentrezept sein, sondern es soll einen Weg aufzeigen, raus aus Coabhängigkeit und allzu großer Kompromissbereitschaft, hinein in mehr Ehrlichkeit zu mir selbst und in das Wagnis, Gott und das Leben in seiner ganzen Schönheit und Vielfalt herauszufordern.

Ich möchte einfach Mut machen und auch zu erkennen geben, dass das Leben, Beziehung und Partnerschaft kein Eisenbahnwaggon ist, in dem man entweder drin ist oder nicht, sondern eher ein ständiges Wachstum. Durch jede Beziehung, natürlich auch durch jede Neubegegnung in Beziehungen, aber auch durch jede Trennung bin ich gewachsen und meine Sehnsucht wurde nicht kleiner dadurch, aber die Gewissheit wurde immer größer, dass Sehnsucht niemals falsch sein kann und dass jede Sehnsucht erfüllt wird, die wirklich meinem Herzen entspringt.

Natürlich gibt es zwischen Sehnsucht und Zwang einen gravierenden Unterschied: Sehnsucht bedeutet, dass ich mich danach sehne etwas zu teilen, was ich habe, also etwas zu geben, aber auch etwas zu empfangen. Zwang bedeutet, dass ich etwas unbedingt haben möchte, weil ich glaube ohne dem nicht leben zu können, es bedeutet also eigentlich, dass ich Angst loswerden möchte. Es ist die Angst vor meinen eigenen Gefühlen, davor, meine Liebe zu leben, ohne zu wissen, ob sie angenommen wird oder nicht, es ist die Angst, zu fühlen wie es mir eigentlich wirklich geht. Aber es ist auch die Weigerung für mich selbst und für meine eigenen Gefühle Verantwortung zu übernehmen. Da ich das leider auch nie gelernt habe, falle ich natürlich auch immer wieder in Zwänge hinein, bis ich mich dann wieder davon befreie, weil mir das Leben zeigt, dass es nicht der Sinn meines Lebens ist, in Zwängen zu leben.

Die stetige Befreiung von diesem zwanghaften Verhalten macht das Thema Beziehung und Partnerschaft somit überhaupt etwas leichter, weil Ansprüche, Erwartungen und Verpflichtungen mehr und mehr verschwinden und wieder mehr nur die Sehnsucht zählt. Aus dieser Haltung heraus ist es mir möglich, vergangene Beziehungen als wunderbare Bereicherung und als Wachstum in Verständnis und Mitgefühl, aber auch als Vorbereitung für eine noch schönere Beziehung zu sehen.

Das, was die Sache jedoch definitiv schwierig macht, ist die Tatsache, dass in unserer Gesellschaft Selbstliebe und Selbstverantwortung noch nicht sehr weit verbreite Vorraussetzungen für eine Partnerschaft sind. Es ist das Problem, dass Pioneerarbeit eben oftmals erst einmal einsam macht und man nicht unbedingt gleich viele Menschen trifft, die genauso Denken oder Leben. Doch echtes Vertrauen lerne ich nun mal eben nicht, wenn nur alles glatt geht, sondern vor allem, wenn es schwierig erscheint. Der liebe Gott kann mir schließlich nur dann zeigen, dass er nicht nur alles unter bester Kontrolle hat, sondern auch Wunder bewirkt, wenn ich glaube, dass es nicht mehr weiter geht. Deshalb bin ich auch nach wie vor der Überzeugung, dass viele Beziehungen bzw. auch schwierige Beziehungsthemen geheilt werden können, wenn ich die Beziehung zu mir selbst und zu Gott bewusst zu leben beginne.

Mir muss natürlich auch niemand glauben, denn glauben heißt nicht wissen: Aber probier es aus und fordere das Leben heraus, dann wirst du erfahren, dass der Mensch der einzige ist, der keinen Plan hat und vor allem keine Ahnung von den wirklichen Möglichkeiten des göttlichen Wirkens...


Zurück Home