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Weihnachtswunschzettelmeditation

(nicht nur zu Weihnachten)

Ich weiß, an das Christkind glauben nur noch kleine Kinder. Ihnen wird erzählt, dass das Christkind - irgendein wunderbares Wunscherfüllendes Wesen - an Weihnachten ein Wunder vollbringt und die Geschenke unter den Baum legt. Wenn sie dann älter werden, werden sie oftmals jäh aus einem wunderbaren Traum herausgerissen, weil sie in der Schule oder sonst irgendwo dafür ausgelacht oder dafür verspottet werden, dass sie noch an das Christkind glauben.

Eigentlich ist es doch ein unglaublicher Betrug, mit dem die Kinder da groß werden. Sie werden bewusst angelogen, um später umso härter den Betrug zu erkennen. Ich weis aus meiner eigenen Kindheit, die mir zum großen Teil noch sehr präsent ist, wie schlimm es ist, als Kind angelogen zu werden. Ganz schnell lernte ich dann auch selbst zu lügen, um irgendwie mich durch das Gewirr aus scheinbarer Freundlichkeit und Oberflächlichkeit zu schlagen und hoffentlich bald erwachsen zu werden. Doch wenn es wirklich eine Lüge ist, mit der die Kinder da großgezogen werden, warum tun es dann so viele. Eigentlich müssten wir doch sagen, lass uns ehrlich mit unseren Kindern umgehen und ihnen die Wahrheit sagen! Die Wahrheit? Tja, "die Wahrheit", wenn da nicht dieses wunderbare Gefühle wäre...

Was ist das denn für ein Gefühl, was uns so glücklich macht, wenn Kinder an das Christkind glauben? Ist es die Wunschvorstellung eines wunderbaren glücklich machenden Wesens? Oder vielleicht einfach nur die Fähigkeit an etwas zu glauben, zu vertrauen... doch auf was?

Ich will es ihnen sagen: Es ist die Gnade!

Das Leuchten in den Kinderaugen lässt uns an etwas erinnern, was die meisten längst verloren haben: Der Glaube an die Gnade im Leben, das Vertrauen, dass Gnade wirklich wirkt und über all die Bestrafungen und Probleme des Alltags siegt. Deshalb und nur deshalb schreiben Kinder ihre Wunschzettel, weil sie die Fähigkeit zu hoffen, noch nicht verloren haben, weil sie mit ihrem ganzen Herzen glauben und vertrauen.

Doch wem können sie vertrauen? Uns, den Eltern, die wir sie doch scheinbar anlügen? Nein, dazu haben wir viel zu viele Fehler und Schwächen! Dem Christkind können sie vertrauen, so lange es eben existiert. Doch wer ist das Christkind wirklich? Ist es nur eine religiöse Traumfigur? Ist es das Kind Jesus, das den Weihnachtsmann spielt?

Nein! Es ist viel schöner! Auch wenn wir es alle vergessen haben, aber das Christkind existiert wirklich, denn Gnade existiert wirklich!

Warum kaufen wohl die Eltern den Kindern wunderbare Geschenke und machen sich solche Mühe, einem Kind seinen Glauben an das Christkind zu bewahren? Nur aus einem einzigen Grund: Weil in ihnen selbst dieses Kind steckt. Ein Kind, das sich danach sehnt, glauben zu dürfen, vertrauen zu dürfen! Dieses Kind, obwohl es kaum jemandem bewusst ist, will Gnade verschenken!

Und diese Gnade ist nicht von uns selbst! Durch mein eigenes Leben habe ich erfahren dürfen, was es heißt, vollkommen überschuldet und so sehr am Existenzminimum zu stehen, dass es scheinbar keine Hoffnung mehr gibt. Nicht einmal das tägliche Brot war es uns zu kaufen möglich. Und dennoch gab es die Gnade: Freunde, die uns zu essen brachten, ein Wunder, d.h. ein finanzielles Geschenk von Menschen, die uns eigentlich nicht kannten, dass uns aber aus dem schlimmsten herausrettete, und wieder Freunde, die mir Arbeit brachten um Geld zu verdienen...

Ich weis heute, dass es Gnade ist, wenn ich jemand anderem ein Geschenk machen darf, weil es eben nicht selbstverständlich ist! Ja, es ist Gnade, Kindern etwas schenken zu dürfen, auch wenn sich die Eltern dessen nicht bewusst sind. Und es ist nur eine Gnade, die all dies möglich macht:

Die Gnade Gottes, die immer und überall und auch über jeden Menschen wirken kann!

Und das ist für mich "Wahrheit"!

Vielleicht haben viele vergessen, was Gnade ist und ich kann sie jetzt ein Stück weit daran erinnern, denn ohne Gnade gäbe es kein Leben! Und da es vor allem das Kind in uns ist, das sich nach Gnade sehnt und auch Gnade verschenken will, ist diese Geschichte vom Christkind eben irgendwie doch wahr. Christus ist der Sohn Gottes. Er ist sein Kind, genauso wie wir alle und eigentlich will er uns nur alle daran erinnern, dass wir allewirklich Kinder Gottes sind, Kinder der Gnade.

Vielleicht können sie sogar durch dieses Verständnis ihre älteren Kinder "aufklären" und ihnen zeigen, dass der Glaube und das Vertrauen wunderbare Fähigkeiten sind und dass das Christkind wirklich existiert, auch wenn seine Gnade oftmals (vor allem an Weihnachten) durch die Eltern vermittelt wurde, weil sie die Möglichkeit hatten, die Geschenke zu kaufen und Wünsche zu erfüllen. Auch später werden uns Wünsche erfüllt und wir können immer wieder Wunder erleben, zwar nicht mehr über die Eltern, aber über das gesamte Leben. Dazu brauchen wir jedoch wieder zwei Dinge:

Die Bereitschaft Kind zu sein und einen Wunschzettel!

Ich weis, das Kind sein wird wohl eine schwierigere Aufgabe, aber mit dem Wunschzettel kann man ja schon mal anfangen, denn...

Wünsche werden wahr und Wunder geschehen!

Dazu nun eine kleine Wunschzettelmeditations-Anleitung:

  • Schreibe erst einmal all Deine Wünsche auf und nimm dir dafür ruhig ein paar Tage Zeit, die Liste so groß wie möglich werden zu lassen. Es ist vollkommen egal, welche Wünsche das sind, ob materielle Wünsche oder Wünsche der Seele. Schreib die Liste einfach wie ein Kind vor Weihnachten.
  • Dann zündest Du eine Kerze an und stellst sie auf den Zettel und wartest bis sie vollkommen heruntergebrannt ist.
  • Nun zündest Du eine neue Kerze an, setzt Dich davor und sprichst folgenden Text (oder was auch immer du selbst gerne sagen möchtest, es sollte nur so persönlich wie möglich sein):

"Lieber Gott, lange Zeit hab ich ohne Dich verbracht, hab mich auf vielen Wegen verirrt und suche nun wieder Deine Nähe.

Ich habe mich wieder erinnert, dass ich letztlich ein Kind bin, Dein Kind bin.

Ja, ich will wieder werden, wie ich als Kind war, als ich dem Leben noch vertraute.

Ich will lernen, dieses Kind in mir zu heilen und zu befreien, damit es mich mit der Liebe zu Dir und zum ganzen Leben beschenken kann.

Deshalb bete ich nun zu Dir, als Dein Kind, und lege all meine Wünsche in Deine Hände.

Ich bete um das Wunder, Deine Gnade erleben zu dürfen!"

  • Anschließend stellst Du Dir einfach zwei wunderbare (lichtvolle) Hände vor, in Die du all Deine Wünsche hineinlegst. Das machst Du dann so oft wie möglich, d.h. einfach so lange, bis du fühlst, dass deine Wünsche angekommen sind. Was auch immer dann geschieht, ist sein Wille. In jedem Fall wird es spannend werden.

Von Herzen wünsche ich jedem, der dies liest eine schöne Vorweihnachtszeit und das kindliche Vertrauen ins Leben, nicht nur zur Weihnachtszeit...

Heliamus Andan


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