...spezielle Themen: (für Vollbildmodus hier klicken)

Die Geschichte über die "egoistische" Sonne und den (beinahen) Untergang der Welt.

Viele Menschen fragen mich immer wieder dasselbe: Ist es denn nicht sehr egoistisch, plötzlich nur sich selbst zu lieben, sich um sich selbst zu kümmern, seinen eigenen Weg zu gehen, erst einmal seine eigene Liebe in sich selbst erblühen zu lassen, bevor man sie mit anderen teilt, einfach alle Verpflichtungen, Menschen und Schwierigkeiten einfach in Gottes Hände zu legen? Es ist die Frage, ob es nicht nur purer Egoismus ist, wenn man eben den spirituellen Weg zu gehen beginnt. Nun, aus meiner Sicht hat das nichts mit Egoismus zu tun, denn ein Egoist ist immer ein Mensch ohne Herz und benützt andere für sein eigenes (scheinbares) Wohlergehen. Wenn ich meinen Weg zu mir selbst wichtiger nehme, als viele andere Dinge, dann beginne ich den wahren Weg zu Gott zu gehen. Nur in meinem Herzen kann ich Gott schauen, und das ist für mich vor allem ein Weg zu mehr Ehrlichkeit. Auch diese Ehrlichkeit ist vor allem gegenüber mir selbst oder gegenüber Gott wichtig und nicht nach außen. Ich habe mich immer gefragt, wie bzw. ob ich anderen Liebe geben kann, wenn ich sie für mich selbst gar nicht fühlen kann? Nun, es geht nicht, d.h. es geht doch, aber es ist eben nicht echt. Ich muss zuerst einmal mein Herz für mich selbst öffnen, bevor ich es jemand anderem öffnen kann. Was das letztlich alles genau für mich bedeutet, würde jetzt zu weit führen, es hier zu erklären, denn letztlich verwende ich dazu all meine Seminare bzw. meine ganze spirituelle Arbeit. Doch die folgende Geschichte kann vielleicht ein bisschen Aufklärung darüber geben:

...es war einmal in einer Zeit, da viele Menschen in vielen Völkern viele Gedanken des Missmutes an die Sonne aussandten, weil sie aus ihrer Sicht Schuld war, an vielen Missstimmungen, Unheil und Krankheiten. Letztlich wurde der Gedanke immer stärker, dass die Sonne eigentlich egoistisch und herzlos sei und keinerlei Rücksicht auf irgendjemandem auf der Erde nehme und immer nur an sich denkt. So vielen Menschen war sie zu heiß und zu hell, anderen wiederum schien sie viel zu wenig und zu kalt und sie gaben ihr die Schuld dafür, dass sie froren. Wiederum andere machten sich Gedanken darüber, wie sehr die Sonne die Natur zerstörte und wie vernichtend und gefährlich sie doch ist.

All diese Gedanken erreichten schließlich auch das Herz der Sonne. Ihr Herz war darüber so sehr traurig, dass so viele Menschen sie als lästig und sogar bedrohlich ansahen und ihr die Schuld an so vielem Leid gaben, dass sie beschloss dies zu ändern. Sie beauftragte nun viele Sonnenengel, die sie zur Erde schickte, ihr immer genau zu berichten, was die Menschen sich gerade wünschten, damit sie sich entsprechend ihren Wünschen anpassen könnte.

Nun so geschah es dann auch und sobald eine Meldung eintraf, änderte die Sonne ihre Strahlkraft: mal heller, mal dunkler, mal intensiver, mal leichter, mal heißer, mal kälter, mal mehr am Tag und sogar manchmal in der Nacht... Ständig änderte sie ihr Strahlen, ganz wie es die Menschen sich wünschten.

Doch je mehr sie sich anpasste, umso mehr Wünsche trafen ein! Denn jedes Mal, wenn sie ihr Strahlen veränderte, war das jemand anderem wieder nicht recht und er sandte einen anderen Wunsch aus. Und sie veränderte sofort wieder ihr strahlen! Doch so sehr sich die Sonne auch bemühte, es allen Recht zu machen, so sehr wuchs die Zahl der Menschen, die sich beschwerten und neue Wünsche aussandten: Schien sie hell, sollte sie gleich wieder weniger scheinen. Schien sie weniger, war sie wieder anderen zu lasch. Versuchte sie intensiver zu scheinen, entrüsteten sich wieder andere über ihre arge Intensität. Zu heiß, zu kalt, zu viel, zu wenig, zu intensiv, zu lau: ständig änderte die Sonne ihre Strahlkraft und immer war es irgendjemandem unrecht...

Nun, das machte die Sonne noch viel trauriger als zuvor und sie begann zu resignieren. Diese Resignation wirkte sich natürlich auch wieder auf ihre Strahlkraft aus, denn sie hörte auch fast ganz auf zu strahlen. Somit wurde es auf der Erde sehr dunkel und allmählich auch sehr kalt. Die Natur hörte auf zu blühen und niemand konnte mehr draußen arbeiten, sähen oder ernten.

Alle Menschen zogen sich immer mehr in ihren Häusern und Wohnungen zurück. Keiner konnte mehr genau sehen, was draußen wirklich passierte. Selbst der Mond schien nicht mehr in der Dunkelheit, denn auch er bekam kein Licht mehr, das er hätte reflektieren können. Ja, es war sehr dunkel geworden auf der Erde, und jeder hatte nur Angst, jemand anderem zu begegnen.

"Hallo, hallo, wer bist du? Ist da jemand?" Von überall hörte man Menschen, die sich dennoch ängstlich vor die Türe wagten und vorsichtig versuchten den dunklen Raum um sie herum zu erspüren. Doch war da nur Dunkelheit um sie herum, in die sich kein anderer hinauswagte. Das Leben auf der Erde wurde still. Wie ein schwerer Mantel legte sich die Dunkelheit um das Leben und um die Herzen der Menschen. Ja, das Leben auf der Erde neigte sich dem Ende zu...

Doch dort in der Stille, wo die Menschen plötzlich ganz einsam waren erwachte trotz der großen Angst, Kälte und Dunkelheit ein neuer Wunsch, ein neues Gebet:

"Bitte liebe Sonne scheine wieder, lache wieder, sei wieder einfach nur du selbst und strahle so sehr du es nur kannst, denn das ist das schönste, was du für uns tun kannst. Wir wollen lernen, mit deiner Kraft umzugehen und uns nicht mehr beschweren, dass du uns zu viel oder zu wenig bist, zu intensiv, zu heiß oder zu kalt. Wir wollen dich wieder nehmen wie du bist, ganz genauso wie du bist, auch dann wenn du eben so sehr strahlst aber auch wenn nicht.

Und wenn du etwas nicht erhellt hast, so lag das nicht an Dir, sondern an uns selbst, weil wir uns so sehr verkrochen haben, dass dein Licht und deine Wärme uns nicht mehr erreichte.

Und wenn du uns zu heiß warst, dann nur deshalb, weil wir nicht gelernt hatten, uns selbst Schutz zu geben vor deiner wunderbaren Kraft, die wir eben auch erst annehmen lernen müssen, damit auch wir zu strahlen beginnen...

Wir haben erkannt, dass wir die Egoisten waren, weil wir wollten, dass du so funktionierst, wie wir es wollen. Wir wollten dich nicht sein lassen, nicht als "einfach ganz du selbst" erstrahlen lassen und wollten Dich manipulieren und steuern, damit du nach unserer Vorstellung funktionierst, aber das war unser Fehler!

Bitte, bitte höre nicht mehr auf unsere Beschwerden, sondern finde selbst heraus, wie du wirklich bist und erstrahle wieder als das, was du wirklich bist! Dann leuchtest du so schön, dass die ganze Welt erblüht und unsere Herzen wieder lachen können."

Und auch diese Gebete wurden immer mehr und erreichten schließlich irgendwann das Herz der Sonne, das tief gerührt war, über die große Einsicht der Menschen.

So beschloss sie, wieder ihre ganze Aufmerksamkeit wieder nach innen zu lenken, um wieder herauszufinden, wer sie denn wirklich ist, wie sie am schönsten erstrahlt und wann sie denn am liebsten strahlen will. Und sie fand heraus, dass eine so große Vielfalt in ihr ist und dass sie auf so viele Arten und Weisen erstrahlen möchte, dass sie vor lauter Impulsivität und Freude fast explodierte und das ganze Universum mit ihrer Freude füllte.

Ja, durch diese wunderbare Erkenntnis über ihr wahres Wesen öffnete sich die Sonne wieder dem Leben und begann aus ganzem Herzen zu strahlen! Und die Erde leuchtete wieder wunderbar und hell. Die Blumen begannen vor Freude ganz besonders zu blühen, der Schnee glitzerte noch viel mehr als je zuvor und alle Seen und Meere hielten sich ganz still, so dass das Licht der Sonne noch viel tiefer in sie eindringen konnte als jemals zuvor. Die Vögel sangen und der Rest der Tiere tanzte so wunderbar, als wenn es der schönste Morgen ihres ganzen Lebens wäre!

Alle Menschen begannen wieder herauszugehen aus ihren Verstecken und zeigten sich. Es gab ein großes und freudiges Hallo zwischen den Menschen dieser Zeit. Und der Mensch erkannte, dass es wunderbar ist, wenn die Sonne scheint, weil er dadurch viel leichter erkennen kann, wie er selbst oder auch wie andere Menschen wirklich sind...

...also, dass es nichts Schöneres gibt, also Menschen in seiner Umgebung zu haben, die den Mut haben, eine Sonne zu sein, individuell zu sein, also sich selbst anzunehmen, wie sie wirklich sind und was sie wirklich fühlen! Menschen, die den Mut haben, sich für sich selbst Zeit zu nehmen und herauszufinden, wer oder wie sie wirklich sind, um endlich wieder als das zu erstrahlen, was wir doch alle letztlich sind:

Viele kleine bunte wachsende Sonnen,

wie Kinder,

eben lauter Kinder Gottes,

Kinder des Lebens,

auf dem Weg zu sich selbst.


Zurück Home