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Manchmal fühle ich in mir eine eigene Kraft, die mich nicht zur Ruhe kommen lässt, die aufstehen und rebellieren will. Nun, meine Art der Rebellion sind meine Worte und meine Waffen sind meine Gefühle, die ich versuche, offen mitzuteilen. Ja, manchmal lässt mir diese Kraft keine Ruhe und ich muss sie in Worten ausdrücken, weil Menschen oder Situationen mich zutiefst bewegen und weil mir wunderbare Kräfte in diesen Momenten eine Klarheit schenken, mit der ich plötzlich komplizierte Zusammenhänge mit nur einfachen Worten ausdrücken kann. So geschehen in diesem Kapitel.

Wir werden betrogen!

Ja, wir werden betrogen, denn die Welt lebt nicht nach der göttlichen Ordnung, sondern die Welt in der wir leben ist eine Scheinwelt. Die Erziehung die wir bekommen haben, hat uns in eine Welt des Betruges geführt. Geistig, emotional, materiell! Auf allen Ebenen gilt es mehr, irgendwie zu erscheinen, als ehrlich zu sein. Ehrlichkeit wird ausgetauscht durch gesellschaftliche Spielregeln. Willst du zur Gesellschaft dazugehören, von ihr anerkannt werden, dann musst du eben mitspielen: Freundlich lächeln, egal wie es Dir geht! Hauptsache du verkaufst Dich gut und die anderen glauben, du bist ein netter Mensch. Die Wahrheit interessiert niemanden, zumindest nicht die ganze Wahrheit, nur der Teil, der angenehm ist.

Und der Betrug wird zum Selbstbetrug, denn lang genug gehört, glaubt man es irgendwann sogar sich selbst: "Mir geht’s gut, ich hab keine Probleme!" Natürlich nicht, ich hab sie ja gut genug verdrängt und perfekt wegschauen gelernt. Und das nur, weil früher niemand damit klargekommen ist, wenn wir mal nicht der Norm entsprachen, Gefühle zeigten, die vielleicht nicht angebracht waren oder einfach eigenwillig einen Fehler begangen haben.

Doch selbst die Spielregeln unserer Gesellschaft sind Scheinregeln! Denn die versprochene Erfüllung oder Belohnung kommt nicht. Gefühle, ein Leben lang nur unterdrückt und angepasst, und geschuftet ohne Ende! Doch Glück steht da am Ende nicht. Erfolgreich, beliebt und angesehen, das ist der Schein! Auch wenn es sowieso keiner ehrlich mit mir meint und selbst wenn sie mich nicht ausstehen können, so gilt das Versprechen, dass sie mich dennoch anlächeln werden, egal wie viel Überwindung es sie kosten mag. Wie sehr ist doch das Lächeln schon trainiert und wird natürlich selbstverständlich aufgesetzt, damit nur ja niemand sich konfrontiert sehen müsste, durch ehrliche Gefühle....

Nein, seien wir doch mal ehrlich, die Show in der wir leben ist schon sehr groß, doch was verbirgt sich denn genau dahinter? Was ist wirklich hinter dem Schein? Welche Gefühle werden doch so gut versteckt? Was ist so schlimm, dass jeder es verstecken muss?

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Nun, hier kommt ein wenig Aufklärung darüber:

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Angst wird versteckt! Angst, sich zu verändern! Stattdessen wird endlos Wissen angehäuft... Doch etwas zu lesen, Wissen anzuhäufen, bedeutet noch lange nicht, dass ich auch die Bereitschaft habe, mich zu verändern, ein neuer Mensch zu werden.

Wissen ist nicht Veränderung,

Wissen ist die Kompensation von Angst!

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Schmerz wird versteckt! Stattdessen wird Genügsamkeit gepredigt... Doch bescheiden zu leben, d.h. nur wenig zu brauchen, bedeutet, dass ich mich für die Freuden des Lebens nicht öffne und sie gar nicht erst empfangen will, um nicht in Gefahr zu kommen, sie zu brauchen.

Zufriedenheit ist nicht Freude,

Zufriedenheit ist die Kompensation von Schmerz!

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Wut wird versteckt! Stattdessen wird ehrgeizig gearbeitet... Doch übereifrig zu handeln bedeutet, dass ich nichts geschehen lassen, also nichts wirklich loslassen oder überlassen will, sondern alles selbst mache und somit keine Hilfe wirklich annehme und Wunder aus meinem Leben ausschließe.

Ehrgeiz bringt keine Entspannung oder Vertrauen,

Ehrgeiz ist nur die Kompensation von Wut.

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Eigentlich ist es nur Kompensation, die wir betreiben, denn eigentlich...

  • bedeutet "viel wissen wollen", dass ich nichts verändern will, also mich nicht wirklich einlassen will, weil ich sonst Angst bekomme, die Angst mich zu verändern, wenn ich mich auf etwas oder jemanden wirklich einlasse.
  • bedeutet "viel haben wollen", dass ich nichts wirklich an mich heranlassen will, also nichts wirklich annehme oder mich tief berühren lasse, weil ich mich sonst wieder verletzt fühle. Es ist der Schmerz, den ich dann wieder fühle, sowieso nicht zu bekommen, was ich wirklich brauche.
  • bedeutet "viel leisten wollen", dass ich nichts geschehen lassen will, also nichts wirklich loslasse, weil ich mich sonst gereizt und wütend fühle. Eben die Wut fühle, dass nicht geschieht, was ich mir wirklich wünsche.

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Angst, nicht gut genug zu sein, wird versteckt! Stattdessen wird Vernunft gepredigt und nach Auszeichnungen gestrebt... Doch etwas Wichtiges darzustellen oder Auszeichnungen zu besitzen, bedeutet nicht, dass ich auch die Bereitschaft habe, mich zu erkennen oder zu zeigen, wie ich wirklich bin.

Titel, Zertifikate und Auszeichnungen sind niemals, was ich wirklich bin,

sie zeigen nur die Angst, die ich vor meinem wahren Wesen habe!

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Angst vor Gefühlen wird versteckt! Stattdessen wird aufgesetzte Freundlichkeit und Fürsorge trainiert... Doch mich fürsorglich nur um andere zu kümmern oder andere wichtiger zu nehmen, als mich selbst bedeutet nicht, dass ich die anderen auch liebe, es bedeutet nur, dass ich meine wahren Gefühle weder fühle noch zeige.

Besorgnis und Fürsorge sind niemals Gefühle, die ich wirklich fühle,

sie zeigen nur die Angst, die ich vor meinen wahren Gefühlen habe!

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Angst, etwas falsch zu machen, wird versteckt! Stattdessen üben wir uns im gehorsamen Erfüllen von Verpflichtungen... Doch gehorsam etwas zu tun, nachzumachen oder auszuführen bedeutet nicht, dass ich kraftvoll oder machtvoll bin, es bedeutet nur, dass ich das, was ich wirklich tun möchte, weder tue noch zeige.

Gehorsam und Unterwürfigkeit entsprechen niemals dem, was ich wirklich will,

sie zeigen nur die Angst, die ich vor meiner wahren Kraft und Macht habe!

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Auch hierbei ist es nur Kompensation, die wir betreiben, denn eigentlich...

  • bedeutet "vernünftig zu sein und Auszeichnungen oder Titel zu brauchen", dass ich nicht erkennen will, wer oder wie ich wirklich bin. Ich will nicht zeigen, wie ich wirklich bin, weil ich sonst Angst fühle, die Angst falsch zu sein, nicht perfekt oder vollkommen zu sein.
  • bedeutet "mich immer um andere zu kümmern", dass ich nicht fühlen will, wie es mir wirklich geht. Ich will meine wahren Gefühle nicht zeigen, weil ich sonst Angst fühle, die Angst kaltherzig, rücksichtslos, egoistisch und nicht mehr liebevoll und fürsorglich zu sein.
  • bedeutet "brav und unterwürfig anderen zu gehorchen", dass ich mich selbst nicht ermächtigen will, das zu tun, was ich wirklich will. Ich will nicht zeigen, auf was ich wirklich Lust habe, weil ich sonst Angst fühle, die Angst ungehorsam und stur zu sein.

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Ja, hinter dem Schein verbirgt sich so Vieles, was eigentlich befreit, geheilt und losgelassen werden will. Letztlich sind es einfach Kinder, verletzte kleine Kinder, die nie geheilt, nie befreit, nie in den Arm genommen wurden, als sie es brauchten. Und statt befreit und geheilt zu werden, leben sie verkümmert in einer Welt aus Schein.

Das Potential, die Schönheit, Kraft und Liebe meiner wahren Seele bleiben begraben und ungenutzt. Vegetieren statt Leben könnte man es wohl nennen. Und bleiben wird das Ganze so, bis vielleicht wieder einmal der Ruf der Seele vernommen wird, endlich dieses wunderbare Wesen auszugraben, das unter all dem schlummert. Wie viel Leidensdruck muss der Mensch wohl noch erfahren, bis seine Sehnsucht in ihm wieder erwacht, wahren Frieden zu finden und in Harmonie mit der Schönheit und Lebendigkeit seiner Seele leben zu wollen? Wie schmerzvoll muss ein Leben werden, bis ein Mensch endlich wieder den Mut hat, all das anzuschauen, was sich in ihm verbirgt? Was muss noch alles geschehen, dass die Sehnsucht in ihm wieder erwacht, die Sehnsucht nach seinem wahren Wesen? Wie viel Schmerz muss sich der Mensch noch selbst zufügen, bis er endlich den Mut hat, sich seinem eigenen Leben, seiner Vergangenheit, seinen Schatten und Verletzungen, aber auch seiner Schönheit, Kraft und Gottzugehörigkeit zu stellen?

Gott hat seinen Plan und er wird ihn vollziehen und wir werden ihn ganz sicher erleben. Doch der Mensch hat seinen freien Willen und manchmal ist dieser für mich unbegreiflich...

Fassungslos über die Ignoranz mancher Menschen,

Heliamus Raimund


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