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Mut

In meinem Leben fühlte ich mich niemals mutig oder stark, sondern eher feige, unsicher, in der Begegnung mit Menschen immer extrem angepasst und voller Ohnmacht. Erst die Engel zeigten mir, was wahre Stärke ist und was es wirklich bedeutet, mutig zu sein und auch wie ich Mut entwickeln kann, denn ich hatte keinen...

Ich möchte dich einladen in die Schule der Spiritualität, für mich ist es auch die Schule des Lebens und sie beginnt nicht auf meinem Seminar, sondern in deinem Alltag, mit deinem Entschluss, der Stimme deines Herzens folgen zu wollen, auch wenn oder gerade weil dieser Entschluss dein ganzes Leben verändern wird. Wahrer Mut kommt immer aus dem Herzen.

Bis heute verändert sich mein Leben immer und immer wieder und was bleibt, ist die immer größer werdende Sehnsucht, meine eigene Liebe zu leben und diese mit anderen Menschen zu teilen...

Ich habe den Mut entwickelt, mich dem Leben immer wieder bzw. immer mehr zu öffnen, mit all meiner Liebe und mit all meiner Kraft, obwohl ich genau weis, dass dies immer wieder auch sehr schmerzhaft ist, nicht, weil mich andere Menschen verletzen, sondern weil alte Verletzungen berührt werden, um noch einmal gefühlt und endlich geheilt zu werden. Es ist wie ein altes kleines Herz, das beschließt noch einmal Leben zu wollen und beginnt sich auszudehnen und all die alten und verklebten Blutgefäße werden plötzlich mit neuem Druck geweitet und ausgedehnt, um das neue Leben wieder fließen zu lassen. Es ist wie eine Geburt, natürlich ist auch viel Schmerz dabei, aber was dabei herauskommt, wenn wir erlauben, uns so weit auszudehnen, ist wunderbarer als alles, was wir vorher jemals kannten.

Es ist nicht der Sinn des Lebens, Schmerz zu fühlen um glücklich zu werden, der Schmerz ist vielmehr ein notwendiges Übel, mit dem wir umgehen lernen müssen. Er ist nur ein Zeichen dafür, dass wir uns in unserem Leben schon sehr oft entschieden haben, unser Herz lieber zuzumachen und unsere Liebe sehr weit zurückzunehmen, obwohl die Sehnsucht nach Liebe sehr groß war. Kein Wunder, dass es manchmal auch schmerzhaft sein kann, wenn wir unser Herz dann wieder öffnen. Wir haben alle nicht gelernt, dass es den Schmerz zu fühlen gilt, um ihn zu heilen und dass es nichts hilft ihn zu verdrängen, weil er uns doch irgendwann wieder einholt, außer wir nehmen unsere Liebe noch mehr zurück, bis kein Gefühl für Liebe mehr da ist. Die Liebe heilt, nicht die Verdrängung. Doch die Verdrängung lernen wir von klein auf, nicht aber uns selbst zu lieben. Versöhnung heilt und es ist ein schönes Wort, doch kannst du wirklich fühlen, was es bedeutet, dich zu versöhnen, vor allem mit dir selbst.

Hast du gelernt, mutig zu sein, oder hast du einfach nur ziemlich gut gelernt, mutig zu "erscheinen", weil du einen starken oder abgehärteten Körper hast, viel Geld oder Besitz hast oder viel mehr Wissen hast, als andere Menschen. Doch wie steht es um die Kraft deines Herzens?

Immer wieder wurde ich mit dem "scheinbaren Mut" konfrontiert und immer wieder hatte ich so große Widerstände dagegen, obwohl ich schon auch versuchte, so zu sein. Erst über meine spirituelle Arbeit, also über meine Verbindung zur geistigen Welt konnte ich herausfinden, dass es doch nur Verdrängung und Kompensation ist, was wir betreiben, aber nicht Mut. Es ist doch wohl eher eine Show, die gespielt wird, denn echt oder wahrhaftig ist dieser Mut nicht, und er kommt auch nicht von Herzen.

Ich erlebe momentan sehr intensive Zeiten, sowohl innerlich als auch äußerlich. Einerseits berührt es mich sehr, was mit mir selbst geschieht und andererseits berühren mich die Menschen aus meiner Umgebung sehr tief. Es macht mich manchmal wütend, wenn ich sehe, dass junge Menschen unfähig sind, ihren eigenen Weg zu gehen, nur weil sie nie gelernt haben, dass Fehler wichtig sind, um aus ihnen zu lernen. Sie glauben, dass das, was sie nicht schon können, werden sie auch nie lernen, derweilen sie doch alles lernen können, wenn sie es nur wollen. Doch dessen sind sie sich nicht mehr bewusst. Auch macht es mich traurig, wenn ich zu spüren bekomme, wie viel Angst vor Gefühlen existiert, nur weil niemand gelernt hat, dass die Angst vor Nähe mir zeigt, dass ich mich tiefer einlassen sollte, um die Erfahrungen meiner Vergangenheit zu heilen, die mich immer noch davon abhalten, wirklich zu leben.

All dies berührt mich eben sehr, und mit all meiner Kraft versuche ich dann einen Ausweg zu finden, um festzustellen, dass es ihn nicht gibt. Ich kann keinen Menschen verändern, außer mir selbst, und damit habe ich eigentlich auch genug zu tun. Ich kann nur mein Verständnis von den Zusammenhängen des Lebens anderen zur Verfügung stellen und darauf hoffen und den Engeln vertrauen, dass es Menschen geben wird, die sich auch auf mich einlassen.

Ich schreibe all dies, obwohl ich glaube, dass sich jeder Mensch selbst entscheiden muss, ob er dem Ruf seines Herzens wieder folgt oder nicht, aber ich glaube auch dass jeder Mensch die Möglichkeit bekommen sollte, die verschiedenen Sichtweisen des Lebens zu verstehen, um wirklich frei entscheiden zu können.

Ich schreibe über die Stärken und Schwächen des Lebens, vor allem auch über die scheinbaren Stärken, da ich junge Leute sehe, Menschen mit unwahrscheinlich viel Kraft in ihrer Seele, wunderbare Menschen, die anfangen eine Show zu spielen: Cool, gefühllos, hart, (scheinbar) männlich, nur weil sie nie vorgelebt bekommen, was es bedeutet, wirklich zu leben, wirklich zu lieben. Diese jungen Menschen spielen eine Show, denn sie sind sensibel, verletzlich und lernen, es nicht mehr fühlen zu dürfen.

Ich frage Dich so viele Fragen, dieselben, die ich auch mich immer und immer wieder frage:

Was glaubst du, hilft dir weiter in deinem Leben, was hilft dir, wenn du stirbst? Dein Coolness, deine Härte, deine Oberflächlichkeit, deine Arroganz oder deine Ignoranz, dein Abgebrüht sein? Was glaubst du nimmst du mit in dein nächstes Leben, was nimmst du mit, wenn du stirbst? Dein Geld, dein Haus, dein Auto oder deine Verbundenheit zum Leben?

  • Hast du den Mut einfach nur du selbst zu sein?
  • Kannst du die Liebe zu dir selber finden, auch wenn dich Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen plagen?
  • Wie stark bist du, wenn du erkennst, dass du in deinem Leben nur tust, was andere von dir wollen? Was spricht dann dein Herz? Was tust du dann? Hast du dann den Mut und die Kraft, deinem Herzen zu folgen?
  • Wie stark bist du wirklich, wenn du erkennst, dass du in deinem Leben immer nur versuchst noch mehr zu bekommen und doch nur getrieben bist, von der Angst zu wenig zu haben. Diese Angst kannst du mit allem Reichtum dieser Erde nicht auslöschen, weil diese Angst dir zeigt, dass du das wichtigste in deinem Leben verloren hast: Den einzig wahren Reichtum, den Reichtum deiner Seele. Hast du dann den Mut, zu suchen, was du verloren hast?
  • Hast du wirklich Kraft in deinem Herzen, also hast du den Mut, dir selbst zu vertrauen und den Impulsen deines Herzens zu folgen? Kannst du auch dem Leben vertrauen, weist du also um die täglichen Wunder?
  • Bist du wirklich reich in deinem Herzen, also hast du den Mut, die Vielfalt deiner Seele zu lieben und deine Intuition anzunehmen?
  • Bist du wirklich mutig und hast den Mut ehrlich zu sein? Ehrlich zu dir selbst, ehrlich zu Gott?
  • Hast du den Mut mit Gott zu sprechen, persönlich, vom ich zum du? Einfach, so wie du eben bist?
  • Hast du den Mut dich zu zeigen, wie du wirklich bist, was du fühlst und was du willst?
  • Hast du den Mut zu deinen Gefühlen und zu deiner Liebe zu stehen?
  • Hast du den Mut dich selbst immer wieder neu zu erkennen?

All dieser äußere Mut, dieser "scheinbare" Mut ist doch nur Show, es geht immer nur darum, auf welche Weise du deine eigene Angst verdrängst, aber sie ist dennoch da. Wie mutig sie auch tun, sie haben alle Angst, sie haben nur auf verschiedenste Art und Weise gelernt, sie zu vertuschen. Wie cool sie auch erscheinen, sie sind tief verletzt und haben alle Angst. Ja, sie haben es trainiert, sie nicht mehr zu fühlen, egal ob es hartgesottene Junkies oder feine und gebildete Schnösel sind.

  • Wer hat wirklich Mut, d.h. wer hat den Mut sich seiner Angst zu stellen, mit ihr umzugehen, wer hat den Mut dem Leben wirklich zu begegnen?
  • Wer hat den Mut sich dem Leben zu stellen und zwar mit seinem ganzen Herzen? Wer hat den Mut, sein Herz offen zu halten?
  • Kannst du zugeben, wenn du verletzt bist?
  • Kannst du damit umgehen, wenn du erkennst dass du voller Erwartungs-haltungen bist? Kannst du aus ihnen aussteigen, also hast du den Mut und die Kraft, dann in dich hineinzufühlen, dich deinem eigenen Selbsthass zu stellen, deiner eigenen dunklen Seite, deinem Schmerz, deiner Traurigkeit und deiner Wut?

Leider wird Mut immer noch verwechselt und falsch gelehrt, als etwas, das anderen Angst macht. Mutig glauben die meisten, sind sie dann, wenn sie Dinge tun, die andere als gefährlich ansehen oder die ihnen Angst machen. Doch das hat nichts mit Mut zu tun, denn sie handeln genauso Fremdbestimmt wie alle anderen. Egal ob ich für oder gegen die anderen handle, es ist die gleiche Fremdbestimmung!

Mut kommt von innen! Es bedeutet, den Mut zu haben, mein wahres Wesen wieder zu finden, mich zu fühlen, mich zu lieben und meine Liebe zu leben, für mich selbst einzustehen, zu meinen Gefühlen zu stehen. Es bedeutet Verantwortung für mich selbst zu übernehmen, den Mut zu haben, mich selbst immer wieder neu erkennen zu wollen, mich anschauen zu wollen, meine Verhaltensweisen zu hinterfragen und auch loszulassen.

Ich dachte immer ich wäre ein Feigling, weil ich nie viel Mut hatte, dreist und frech zu sein. Ich hatte nicht den Mut, anderen Angst zu machen und ich dachte, dass genau das mich zu einem Feigling macht. Deshalb fühlte ich mich immer ängstlich, feige und übersensibel, eben viel zu weich. Ich fühlte eben Angst und wusste nicht was Mut ist.

  • Wer hat schon den Mut seine eigenen Verhaltensmuster immer wieder in Frage zu stellen, und wer hat den Mut sie dann auch zu verändern?
  • Wer hat den Mut auszusteigen, auszusteigen aus irgendwelchen gewohnten Prinzipien und Sicherheiten, um das Leben neu kennen zu lernen, um sich auf das Leben neu einzulassen?
  • Hast du den Mut dich dem Leben immer wieder neu zu öffnen, selbst wenn du vielleicht schon zutiefst verletzt wurdest? Hast du den Mut dich deiner Vergangenheit zu stellen, sie zu fühlen, um sie loszulassen, auch wenn dies bedeutet viel altes Leid noch einmal zu fühlen?
  • Hast du den Mut dich zu versöhnen, mit dir selbst, mit deinem Leben, auch wenn es bedeutet erst einmal viel Schmerz fühlen zu müssen, bevor du altes Leid wirklich loslassen kannst?

Ein Leben lang habe ich gesucht nach richtigen Charaktereigenschaften, da ich ja immer davon ausgegangen bin, dass ich von Grund auf falsch wäre und ich deshalb erst gut werden muss. Ich habe immer festgestellt, die Eigenschaften, die mir vorgelebt wurden, habe ich nicht. Natürlich kann und habe ich sie auch teilweise entwickelt, wie Ehrgeiz, wissbegierig zu sein, Kontrolle, Härte, mich zusammenreißen. Ich kann sie entwickeln, aber ich habe gemerkt, dass ich mir selbst fremd werde, dass ich eine Maschine werde.

Ich habe es in meinem Leben geschafft aus einem schlechten Schüler mit abgebrochenem Schulabschluss in einer Ausbildung zum Besten mit Belobigung zu werden. Doch leider hat es mir nichts geholfen, gar nichts! Ich bekam keine bessere Arbeitsstelle, ich bekam auch nicht mehr Geld, nichts. Nachdem aus einer Großangelegten Bewerbungsaktion nichts geworden ist, wechselte ich den Beruf und arbeitete ohne Ausbildung dort, wo es mir Spaß machte.

  • Hast du den Mut aus Erwartungshaltungen auszusteigen? Hast du den Mut dich abzugrenzen, selbst wenn deine ganze Umwelt voll Erwartungshaltungen ist?
  • Hast du den Mut Innezuhalten, selbst wenn deine ganze Umwelt dich mit Verpflichtungen bombardiert?
  • Hast du den Mut anders zu sein, selbst wenn deine ganze Umwelt versucht dich zu kontrollieren?
  • Hast du den Mut Verhaltensweisen loszulassen, um die Schönheit deines eigenen Wesens wieder zu finden und zu leben?
  • Hast du den Mut zu sterben, d.h. alles Wissen loszulassen und immer wieder von neu anzufangen, immer wieder ganz von vorne loszugehen, immer wieder den ersten Schritt zu tun?

Nur wer die Angst vor dem Sterben überwindet,

wird auch die Angst vor dem Leben überwinden!

  • Hast du den Mut aus Fehlern zu lernen, also Fehler zu machen und sie dir auch einzugestehen?
  • Hast du den Mut aus deiner Selbstkontrolle auszusteigen, in dem du deine Angst vor dir selbst überwindest, d.h. nach innen gehst und versuchst, zu erkennen wie und wer du wirklich bist.

Wie gehst du mit dir selbst um, wenn du unsicher bist? Verdammst du dich oder kannst du mit dir bleiben? Spielst den coolen oder den unberührbaren? Schluckst du Gefühle runter, wenn sie kommen?

Unsicherheit ist die Angst vor dir selbst. Die Angst vor dir selbst ist die Angst eines anderen vor dir, die du ihm genommen hast und jetzt mit dir herumträgst. Es ist nicht dein wahres Wesen, was du in der Unsicherheit fühlst, sondern die Angst "vor" deinem wahren Wesen, sie ist wie eine dunkle Tür, durch die du nur nie gelernt hast zu gehen.

...doch wie willst du all dies herausfinden, wenn du Unsicherheit nicht fühlen willst? Wie willst du dies verstehen, wenn du dich selbst nicht verstehen willst und dich sofort in irgendwelche Identifikationen flüchtest?

  • Hast du den Mut deine Verletzlichkeit anzunehmen und sie zu zeigen?
  • Hast du den Mut dich zu erinnern und dich deiner Vergangenheit zu stellen?
  • Hast du den Mut dich wie ein Kind zu fühlen, ja, dich wie das Kind zu fühlen, das du selber warst?
  • Hast du den Mut, das Kind das du selber warst in deine Arme zu nehmen und es zu lieben?
  • Hast du den Mut vor Gott zu treten, mit allem was du bist und hast, und hast du den Mut, auch alles in seine Hände zu legen?
  • Hast du den Mut Gott zu begegnen, an dem einzigen Ort, wo dies möglich ist: In deinem Herzen?
  • Hast du den Mut zu fallen, wenn sich ein dunkles Loch unter dir auftut oder zu springen, wenn du die Chance auf ein neues Glück bekommst?

Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hände!

...hast du den Mut dies zu glauben

und danach zu leben?

Heliamus Raimund April 2004


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