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"Warum lässt Gott das zu...?"

Immer wieder höre ich von Menschen, die mit Spiritualität oder mit Gott nichts anfangen können, die Frage, warum Gott so viele schlimme Dinge zulässt? Diese Frage möchte ich nun etwas detaillierter beantworten, da ich glaube, dass diese Frage letztlich nur eine Ausrede und eine Ablenkung ist, Gott nicht persönlich begegnen zu wollen, d.h. Gott selbst diese Frage zu stellen. Es ist die Angst, der Wahrheit zu begegnen und die Verantwortung für das eigene Leben und für die Dramen, die darin geschehen oder schon geschehen sind, übernehmen zu müssen. Dass sich hinter dieser Angst letztlich unser eigenes wunderbares Wesen offenbart, es also eigentlich die Angst vor dem Licht, der Schönheit, der Größe und der Macht unseres wahren Wesens ist, mag tröstlich sein und soll auch Mut machen, doch gilt es, sich zuerst der Angst zu stellen, bevor wir sie überwinden können...

Warum lässt also Gott so viele schlimme Dinge zu?

In meinem Leben und in meiner Begegnung mit der geistigen Welt habe ich gelernt, dass Gott dies alles aus einem ganz einfachen Grund zulässt: Weil wir unseren freien Willen haben und uns selbst entscheiden können, was wir wollen oder nicht wollen! Dies bedeutet nicht nur, dass wir die Freiheit haben, uns entscheiden zu dürfen, sondern es bedeutet, dass wir uns letztlich auch entscheiden müssen!

Warum müssen wir also fragen, geben wir Gott nicht unseren freien Willen, warum geben wir ihm nicht die ganze Kraft unseres Herzens, warum entscheiden wir uns nicht, uns seinem Willen zu öffnen?

Warum fällt es uns so schwer, ehrlich gegenüber Gott zu sein und auch gegenüber uns selbst.

Ich frage mich, warum bitten wir Gott nicht darum, das Schlimme zu verändern? Warum geben wir unsere Kraft nicht Gott und lassen ihn alles verändern, egal ob es unsere Vergangenheit, Zukunft oder Gegenwart ist!

Warum übergehen wir die Impulse unseres Herzens, über die Gott längst schon zu uns spricht? Warum hören wir nicht auf die leise kaum hörbare Stimme unseres Herzens? Warum fühlen wir nicht unsere Intuition und verwirklichen unsere Visionen und folgen unseren wahren Idealen?

Ja, ich gehe sogar soweit, dass ich frage, warum wollen wir Gott gar nicht in unserem LEBEN wirken lassen? Warum schließen wir ihn aus unserem Alltag aus? Warum bitten wir ihn nicht unser eigenes Leben zu verändern, unsere Probleme zu lösen und auch die Ursache unserer Probleme zu lösen.

Wir fragen, warum lässt Gott soviel Schlimmes zu, doch ich frage mich, warum lassen wir es zu, dass soviel Schlimmes geschieht und warum lassen wir zu, dass nicht Gott in unserem Leben wirkt, sondern nur unsere selbst kreierten bewussten und unbewussten Konzepte oder soll ich besser sagen unsere improvisierten Kompromisse?

Warum lassen wir nicht zu, dass sich Gott in unserem eigenen Leben offenbart? Warum pflege ich nicht meine eigene und persönliche Beziehung zu Gott und lasse es zu, dass er mir die Ursachen meiner Probleme offenbart?

Warum sollte er denn in unserem Leben wirken und etwas Schlimmes verhindern, wenn wir es doch gar nicht wollen, und wie soll er unsere Gebete erhören, wenn sie doch so lau sind und vor allem nicht ehrlich? Wie soll er unser Herz berühren, wenn wir es doch verschließen?

Warum reden wir nicht mit Gott, wie mit einem guten Freund und zeigen uns ihm so, wie wir eben sind oder wie wir uns eben gerade fühlen?

Warum haben wir uns so weit von Gott entfernt und warum übernehmen wir nicht wenigstens dafür die Verantwortung? Warum können wir uns nicht eingestehen, dass wir nicht fähig sind etwas zu verstehen, es anzunehmen oder es zu verändern.

Nur weil wir etwas nicht verstehen und annehmen können, glauben wir Gott liebt nicht. Doch frage ich, wer weis denn, ob Gott vielleicht nicht nur liebt, sondern sogar mit uns leidet und nur darauf wartet, dass wir ihm erlauben, unser Leben zu verändern, den Schmerz zu heilen und ein Wunder geschehen zu lassen?

Ich frage mich, wer glaubt denn heute noch an ein Wunder? Wer legt denn schon ein Problem in Gottes Hände, wenn er selbst nicht weiter weis?

Wer erlaubt denn schon, dem göttlichen Segen in seinem Alltag zu wirken?

Wer segnet denn jeden einzelnen Tag, seine Arbeit, die Menschen die er liebt oder vielleicht sogar die Menschen, die er nicht lieben kann?

Warum schreien wir nicht auf zu Gott und lassen ihn hören, dass wir es nicht mehr wollen, was an Unrecht und schlimmen Dingen geschieht?

Warum geben wir ihm nicht all unsere Wut, unseren Schmerz und all unsere Angst, damit er sie verwandeln kann in Vertrauen, Versöhnung und Mut?

Warum bitten wir ihn nicht, uns unser wahres Wesen, unsere Liebe und unsere wahre Kraft zu zeigen und in seinem Licht erstrahlen zu lassen?

Warum halten wir nicht inne, und versuchen zu verstehen, was Gott uns sagen will?

Wie lange wollen wir noch warten, bis wir etwas ändern? Wie oft wollen wir noch die Frage stellen, warum Gott etwas zulässt? Wann fangen wir an, endlich uns selbst diese Frage zu stellen?

Werden wir warten bis wir uns im Angesicht des Todes seiner erinnern, oder bis unser eigener Leidensdruck so groß geworden ist, dass wir vor Angst oder Schmerz nicht mehr weiter wissen? Und wenn es uns dann wieder besser geht, werden wir Gott dann wieder vergessen und auch den Bezug zu unserem eigenen Wesen wieder verlieren?

Sollten wir uns nicht selbst viele von diesen Fragen stellen, anstatt Gott die Verantwortung für etwas zu geben, was wir doch selbst erschaffen haben? Wir sind es doch, die etwas nicht verstehen, nicht annehmen und nicht verändern können. Ob uns die Tatsache gefällt oder nicht, Gott hat die Macht es zu verändern! Die Frage ist also vielmehr, warum wir es nicht wollen oder nicht zulassen oder warum wir nicht wenigstens die Verantwortung dafür übernehmen, dass wir es nicht wollen oder zulassen, dass wir eben noch zu lau sind?! Wir sind es, die die Verbindung zu Gott oder zu unserem wahren Wesen nicht suchen, nicht umgekehrt! Nicht sein Herz, unser Herz ist verschlossen, und das nicht nur für Gott, also für das Leben, sondern auch für uns selbst!

Als Mensch sind wir oft so, dass wenn wir uns selbst verletzen, weil wir uns z.B. ein Messer in den Fuß gestochen haben, uns dann fragen, warum Gott das zulassen konnte, dass wir uns so sehr verletzt haben.

Nein, wir entfernen das Messer nicht, weil wir davor viel zu viel Angst haben, den Schmerz zu fühlen, und wir behandeln auch die Wunde nicht, weil wir Angst haben die Wunde anzuschauen und zu erkennen, wie schlimm die Wunde ist, aber wir wollen auch keine Hilfe, weil wir auch niemand anderem vertrauen.

Deshalb laufen wir alle herum, zutiefst verletzt, wobei das Messer uns im Herzen steckt und nicht nur im Fuß, und versuchen unsere Wunden so gut wie möglich zu ignorieren und lenken uns ab, indem wir uns mit Dramen beschäftigen, die uns eben nicht wirklich berühren können, weil ihr Schauplatz weit genug weg ist oder die Menschen uns fremd genug sind...

...und stellen dann immer wieder dieselbe Frage: Warum lässt Gott so etwas Schlimmes zu?

Das, was uns so schwer fällt ist, die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass wir dies alles zulassen, nicht Gott! Erst wenn wir diese Verantwortung wieder übernehmen, können wir wirklich und wahrhaftig vor Gott treten und ihn bitten, uns aus diesem Dilemma herauszuhelfen.

Erst, wenn ich die Kraft und Macht zu mir zurücknehme, dass für mein Leben niemand anderes verantwortlich ist, als ich selbst, dann kann ich diese Kraft Gott geben, damit er mein Leben verändert. So lange ich diese Kraft und Macht und auch Verantwortung nicht zu mir nehme, kann ich auch diese Kraft nicht dem göttlichen Willen überantworten.

Heliamus Raimund


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